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07.07.2011

14:47 Uhr

Autozulieferer

SHW-Aktie bröckelt beim Börsendebüt ab

Das Traditionsunternehmen aus Aalen hat es mit Mühe an die Börse geschafft. Der Ausgabewert der Aktien lag bei 26 Euro - im Laufe des Vormittags aber fiel er.

Eine Dieseleinspritzpumpe Quelle: ap

Eine Dieseleinspritzpumpe

FrankfurtDie Aktie des Unternehmens aus Aalen debütierte im streng regulierten Prime Standard am Donnerstag zwar zum Ausgabepreis von 26 Euro, fiel im Laufe des Vormittags aber bis auf 25,71 Euro zurück. Das Unternehmen und die begleitenden Banken BNP Paribas und Commerzbank hatten nur 2,63 Millionen der 3,04 Millionen angebotenen Aktien am unteren Ende der Preisspanne an den Mann gebracht. Der Finanzinvestor Nordwind, der mit dem Börsengang den Ausstieg bei SHW einleiten wollte, nimmt damit zunächst nur 68,4 Millionen Euro ein.

Nordwind hatte vor sechs Jahren 100 Millionen Euro für die Schwäbischen Hüttenwerke (SHW) an das Land Baden-Württemberg und den Lastwagen-Konzern MAN gezahlt. Nordwind behält mit 53,5 Prozent eine knappe Mehrheit und will in den nächsten sechs Monaten keine weiteren Aktien mehr verkaufen. Das SHW-Management um Vorstandschef Wolfgang Krause hält 1,5 Prozent.

Der Hersteller von Pumpen, Motorteilen und Bremsscheiben war mit dem Börsengang in die Turbulenzen der Staatsschulden-Krise in Griechenland geraten und hatte die Zeichnungsfrist deshalb um eine Woche verlängert. Finanzvorstand Oliver Albrecht sieht die guten Seiten an dem Börsengang: „Durch den dauerhaften Zugang zum Kapitalmarkt können wir unsere Wachstumsstrategie gezielt und zügig vorantreiben.“ SHW setzt mit seinen Produkten auf den Trend zur Eindämmung des Kohlendioxid-Ausstoßes von Fahrzeugen.

Das unsichere Umfeld an den Börsen hat mehreren Anwärtern auf eine Erstnotiz in den vergangenen Wochen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Büroimmobilien-Unternehmen Prime Office hatte deutliche Abstriche machen müssen und sein Emissionsvolumen fast halbiert. Kleine Börsenkandidaten wie SHW fliegen unter dem Radar vieler großer Investoren durch und haben es schwer, genügend Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Die Branche hofft nun auf den Herbst, in dem große Firmen wie der Mischkonzern Evonik und die Siemens-Lichttechniktochter Osram an die Börse drängen. In einer Studie der Beratungsgesellschaft PwC vom Donnerstag heißt es, im ersten Halbjahr hätten sich viele Unternehmen wegen der Entwicklung in Griechenland und der schwachen Konjunktursignale aus den USA zurückgehalten. „Dennoch halten wir 20 IPOs bis zum Jahresende 2011 für möglich“, sagte PwC-Partner Christoph Gruss. Bis Ende Juni haben zehn Börsengänge in Frankfurt nach Berechnungen von PwC gut 1,2 Milliarden Euro eingebracht.

Von

rtr

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