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23.05.2014

13:19 Uhr

Autozulieferer

Stabilus legt fulminanten Börsenstart hin

Das Börsendebüt des Autozulieferers Stabilus wird zum besten des Jahres. Die Aktie steigt rasant, der Chef jubelt und Analysten sehen das Unternehmen schon bald im SDax. Investoren sprechen von einer Erfolgsgeschichte.

Aktienkurse in Frankfurt: Die hessische Börse bekommt eine neuen Teilnehmer. dpa

Aktienkurse in Frankfurt: Die hessische Börse bekommt eine neuen Teilnehmer.

FrankfurtDer Koblenzer Autozulieferer Stabilus hat das beste Börsendebüt eines deutschen Unternehmens seit langem hingelegt. Der erste Aktienkurs des Gasfedern-Spezialisten lag mit 22,75 Euro am Freitag schon fast sechs Prozent über dem Ausgabepreis. Anschließend stieg die Aktie weiter bis auf 23,48 Euro. Nun nimmt das Unternehmen, das vor fünf Jahren knapp an der Pleite vorbeigeschrammt war, Kurs auf den Kleinwerteindex SDax. „Das Ziel ist klar. Natürlich wollen wir da rein“, sagte Vorstandschef Dietmar Siemssen der Nachrichtenagentur Reuters am Rande der Börsenpremiere in Frankfurt. Der ehemalige Continental -Manager ballte die Faust und stieß einen Jubelschrei aus, als der erste Kurs auf der Kurstafel aufleuchtete.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Index-Experten halten es für realistisch, dass Stabilus im September in den SDax aufrückt. „Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch“, sagte Uwe Streich von der Stuttgarter LBBW. Mit einem Börsenwert des Streubesitzes von gut 280 Millionen Euro läge Stabilus schon jetzt im Mittelfeld des Index. Und der Börsenumsatz - das zweite Index-Kriterium - sei kurz nach der Erstnotiz ohnehin relativ hoch, fügte Streich hinzu.

Auch für den Finanzinvestor Triton ist Stabilus eine Erfolgsgeschichte. Er hatte sich in die Kredite eingekauft, von denen der damalige Eigentümer Stabilus zu viele aufgebürdet hatte. Nach einem Schuldenschnitt wurde Triton 2010 zum Eigentümer und setzte Siemssen als Chef ein. „Vor fünf Jahren hätten wir nie gedacht, dass wir das so hinkriegen“, sagte Triton-Manager Andi Klein. „Aber die Firma hat sich sehr gut entwickelt.“

Der Umsatz wuchs von 2009/10 bis 2012/13 um 100 Millionen auf rund 460 Millionen Euro, die Mitarbeiterzahl stieg um 700 auf mehr als 4000. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz auf mehr als 500 Millionen Euro steigen. Stabilus sieht sich mit einem Marktanteil von 70 Prozent als unangefochtene Nummer eins bei Gasdruckfedern, wie sie in Heckklappen oder Motorhauben von Autos oder in Drehstühlen stecken.

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