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27.11.2015

15:27 Uhr

Banca Monte dei Paschi

Italienische Krisenbank im Bankenindex obenauf

Positive Nachrichten aus Siena: Das EZB-Sorgenkind Monte Paschi liegt über der von den Bankenaufsehern geforderten Eigenkapitalquote. Das italienische Geldhaus wird im Bankenindex zum Gewinner des Tages.

Die italienische Krisenbank hat positives zu vermelden. Reuters

Banca Monte dei Paschi

Die italienische Krisenbank hat positives zu vermelden.

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi hat am Freitag den größten Kursanstieg innerhalb der letzten zwei Monate verzeichnet. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank eine neue Mindestquote für das Eigenkapital festgelegt, die unter dem derzeitigen Niveau der Bank liegt.

Die Aktie gewann in der Spitze 5,2 Prozent und lag gegen Mittag noch 3,0 Prozent höher bei 1,51 Euro. Damit kam die Bank auf einen Marktwert von 4,42 Mrd. Euro. Zeitweilig wies die Aktie die beste Entwicklung im 46 Mitglieder umfassenden Stoxx 600 Bankenindex auf.

Am Donnerstag nach Börsenschluss hatte Monte Paschi, die älteste Bank der Welt, mitgeteilt, dass die EZB ihren jährlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP) abgeschlossen habe. Dabei wurde eine harte Eigenkapitalquote CET1 von 10,2 Prozent für 2016 und von 10,75 Prozent ab dem 31. Dezember 2016 festgelegt. Ende September kam die Bank aus Siena auf eine Quote von 12,0 Prozent.

„Die Nachricht, dass die SREP-Anforderung mit einer angemessenen Sicherheitsmarge übertroffen wird, ist positiv für die Aktie und sollte eine Erholungs-Rally unterstützen“, schrieb Giovanni Razzoli Analyst bei Equita in einer aktuellen Kurzeinschätzung.

Die EZB bekräftigte ihre Anforderung aus der letztjährigen Überprüfung, dass Monte Paschi Dividendenzahlungen begrenzen und die Problem-Engagements in Angriff nehmen muss. Sie sollte darüber hinaus Restrukturierungsmaßnahmen ergreifen, einschließlich möglicher Fusionen und Akquisitionen, und die notwendigen Korrekturmaßnahmen zur Begrenzung großer Engagements vornehmen.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Bankchef Fabrizio Viola ist bestrebt, die Profitabilität der drittgrößten italienischen Bank wieder herzustellen und die Finanzen zu stärken. Er reduziert Risiken und verkauft Aktiva, nachdem die Bank in weniger als zwei Jahren zweimal die Aktionäre zur Kasse bitten und eine Kapitalerhöhung durchführen musste. Zudem musste die Bank ihre Bilanz für 2013 korrigieren, um einen Verlust wiederzugeben der angeblich durch eine „Alexandria“ genannte Transaktion mit Nomura Holdings Inc. und eine weitere derartige Transaktion mit einer anderen Bank verdeckt worden war. Nachdem die Derivate-Transaktion mit Nomura im September geschlossen wurde, sind die Kapitalniveaus gestiegen.

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