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25.07.2011

11:42 Uhr

Bankaktien unter Druck

Investoren schreiben Commerzbank wieder ab

Nach einer Traumwoche für die Commerzbank bricht die Aktie heute wieder ein. Ihr großer Bestand an Griechenland-Anleihen wird ihr heute wieder zum Verhängnis.

Trübe Aussicht für die Commerzbank. Quelle: dpa

Trübe Aussicht für die Commerzbank.

DüsseldorfAngesichts einer erneuten Herunterstufung der Bonität Griechenlands und der sich zuspitzenden Schuldenkrise in den USA haben Anleger am Montag Finanztitel abgestoßen. Besonders litt darunter die Commerzbank, die unter den deutschen Banken nach der Hypo Real Estate am stärksten in Griechenland-Anleihen engagiert ist. Bis zum Mittag verlor das Papier 2,6 Prozent.

Dabei hatte die Aktie vergangene Woche gerade erst Luft geholt: Knapp 13 Prozent ging es seit vergangenem Montag aufwärts. Die europäischen Bankenwerte legten sogar ihre besten drei Tage seit einem Jahr hin. Angetrieben hatte die Rally vor allem der Beschluss zur griechischen Schuldenkrise. Banken wie Anleger zeigten sich vergangene Woche noch zufrieden mit der neuen Unterstützung für Griechenland, an der sich dieses Mal auch die Banken selbst beteiligen sollten.

Den Stimmungswandel verursachten dann allerdings die Ratingagenturen Fitch und Moody's, die am Freitag und heute die Kreditwürdigkeit des Schuldenstaats herabstuften und die jüngsten Ereignisse als eingeschränkten Zahlungsausfall werteten. Nach dem Aufwind für die Finanzwerte herrscht somit schon nach kürzester Zeit wieder eine Flaute.

Seit Jahresbeginn hat die Commerzbank-Aktie schon 37,8 Prozent verloren. Eine nachhaltige Erholung wird mit der neuesten Entwicklung der Aktie jetzt schon wieder infrage gestellt.

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Der europäische Bankenindex verlor heute knapp zwei Prozent und damit deutlich mehr als der Gesamtmarkt. „Der Markt reagiert sehr stark auf die Schuldenkrisen in den USA und in Europa - so simpel ist das“, sagte ein Analyst in London, der nicht namentlich zitiert werden wollte. Die Commerzbank ist nicht die einzige Bankaktie, die heute sensibel reagiert: Vor allem italienische Banken standen auf den Verkaufslisten - UniCredit rutschten um drei Prozent ab, Intesa Sanpaolo verloren fünf Prozent.

„Hier werden nach der Rally der vergangenen Woche Gewinne mitgenommen“, sagte ein Händler in Mailand. Die beiden Titel hatten in den vergangenen fünf Handelstagen zehn beziehungsweise acht Prozent gewonnen. Credit Agricole büßten 3,9 Prozent ein, Société Générale 3,1 Prozent. Aktien der Deutschen Bank, der Aareal Bank und der Allianz gaben 0,64 bis 1,70 Prozent ab. Sowohl der Dax als auch der MDax drehten zeitgleich moderat ins Plus. Der Stoxx 600 Bankenindex verzeichnete mit einem Abschlag von 1,60 Prozent den mit Abstand größten Verlust unter den einzelnen Branchenindizes.

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Börsianer machten außerdem den anhaltenden Schuldenstreit in den USA als Belastung für die Branche aus. Das wochenlange Drama um die Erhöhung des US-Schuldenlimits hatte sich am Wochenende weiter zugespitzt. Während die Zeit immer knapper wird und ein Durchbruch zunächst auf sich warten ließ, wuchs die Angst vor nervösen Marktreaktionen. Bis Montagabend (Ortszeit) muss das Abgeordnetenhaus mit seinen Beratungen beginnen, damit bis zum 2. August ein Gesetz über die Anhebung der Schuldenobergrenze im Kongress verabschiedet werden könne.

Im Falle der Commerzbank hatte zudem Cheuvreux-Analyst Cyril Meilland seine Gewinnschätzungen je Aktie für 2011 um 23 Prozent gesenkt, um damit dem Griechenland-Engagement der Bank Rechnung zu tragen. Sowohl seine Kaufempfehlung als auch sein Kursziel von 4,10 Euro behalte er aber bei, so der Analyst. Er sei der Meinung, dass die Abschreibungen auf die griechischen Positionen bereits ausreichend im Kurs enthalten sei.

Insgesamt stehen die Analysten der Commerzbank zuversichtlich gegenüber: Unter den bei Bloomberg gelisteten Analysten haben elf im vergangenen Monat mit "Kaufen" geurteilt, vier mit "Halten" und nur zwei mit "Verkaufen". Vergangenen Freitag, dem Tag der Griechenland-Entscheidung, stimmten zwei von drei Analysten mit "Halten".

Kommentare (2)

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loocool

25.07.2011, 16:23 Uhr

...ein ganz PHÄNOMENALER Einbruch - wirklich

reg

26.07.2011, 19:23 Uhr

1. Seit wann verliert man denn mit Griechenlandanleihen für die die EU und der Steuerzahler bürgen und die nun nach einem Schuldenschnitt 30 Jahre lang mit Zinsen zurückgezahlt werden.
2. Für die aus polischen Gründen herbeigeführte voraussichtliche Staatspleite in den USA kann man nicht europäische Banken verantwortlich machen.
Außerdem handelt es sich bei der Commerz Bank um eine sehr freundliche Bank,
die sehr gute Mitarbeiter hat, die einem in jedweden Schwierigkeiten hilfsbereit zur Seite stehen.
Man muss nur genügend fragen, und sich letztendlich selber richtig entscheiden können.

Ich setze die Aktie auf kaufen und lange halten.

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