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22.01.2009

09:05 Uhr

Bankenindex bricht ein

Im Moment regiert nur die Angst

Viele Banken sind durch die Hölle gegangen - doch das Schlimmste steht ihnen noch bevor. Denn ihre Aktienkurse sind abermals massiv eingebrochen. Nach einer kurzen Phase des Aufatmens geht jetzt wieder die blanke Angst um.

Frankfurter Skyline: Wie geht es jetzt für die Banken weiter? Foto: AP ap

Frankfurter Skyline: Wie geht es jetzt für die Banken weiter? Foto: AP

dnb/hac/hgn/rad FRANKFURT/NEW YORK. Ungeachtet einzelner Erholungstendenzen setzt sich der dramatische Einbruch bei Bankenaktien fort. Der Europäische Dow Jones Stoxx Bankenindex brach gestern zeitweise auf den tiefsten Stand seit 1993 ein. Seit Anfang des Monats hat er, getrieben durch immer neue Horrorbotschaften aus dem Sektor, 27 Prozent verloren. "Im Moment gibt es nur die Angst", sagte ein Analyst.

Sorgen bereitet den Anlegern nicht nur der anhaltende Wertberichtigungsbedarf auf toxische Wertpapiere. Vielmehr greift immer mehr die Angst vor einer Verstaatlichung der Branche um sich, die möglicherweise für die Aktionäre den Totalverlust zur Folge hätte. Und selbst jenen Instituten, die ohne Stützung ihrer Regierungen überleben, droht weiteres Ungemach: Denn mit der weltweiten Rezession werden die Kreditausfälle dramatisch zunehmen - weitere horrende Verluste sind damit vorprogrammiert.

Seit Jahresbeginn haben alleine die deutschen Institute zusammen rund zehn Mrd. Euro Börsenwert eingebüßt. Commerzbank und Postbank verloren mehr als die Hälfte ihres Wertes, die Deutsche Bank gab rund 40 Prozent ab. Wie drastisch die Erosion der Werte ist, illustriert folgende Zahl: Derzeit machen Bankenwerte gerade noch einmal 2,6 Prozent der Marktkapitalisierung im Börsenindex Dax aus. Im Sommer 2007, kurz vor Beginn der Krise, waren es noch rund zehn Prozent. Ausgelöst hatte die jüngste Schockwelle die Royal Bank of Scotland (RBS), die vergangene Woche einen Verlust von mehr als 20 Mrd. Euro angekündigt hatte. Inzwischen werden die Aktien der einstmals zweitgrößten europäischen Bank für nur noch zehn Pence das Stück gehandelt.

Auch wenn gestern die Hoffnung auf eine deutschlandweite "Bad Bank" den Aktien von Deutscher Bank und Postbank Kursgewinne bescherte, scheint die Abwärtsspirale nicht gebrochen. "Die Schreckensmeldungen nehmen zu", sagte Olaf Kayser, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg. "An eine kurze Delle glaubt inzwischen niemand mehr."

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