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21.10.2014

08:56 Uhr

Bankenstresstest

Händler wetten auf den Bankaktien-Run

Die Veröffentlichung des Bankenstresstests rückt näher. Noch bevor die EZB die Ergebnisse offenlegt, wetten Investoren auf eine Rally bei Bankaktien. Ein Spiel mit dem Feuer oder eine todsichere Chance?

Ein Händler an der Frankfurter Börse telefoniert vor dem Hintergrund der Dax-Tafel. Beginnt nach dem Stresstest die große Rally bei Bankaktien? dapd

Ein Händler an der Frankfurter Börse telefoniert vor dem Hintergrund der Dax-Tafel. Beginnt nach dem Stresstest die große Rally bei Bankaktien?

LondonDie Korrekturbewegung, die vergangene Woche die europäischen Aktienmärkte erfasste, hat auch Bankaktien einen kräftigen Dämpfer versetzt. Die Branche steckt mitten in einer Talfahrt. Investoren wetten darauf, dass die Ergebnisse des Stresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) in wenigen Tagen für Entlastung sorgen werden.

Die Deutsche Bank, deren Kursverluste sich in einem Monat auf elf Prozent addierten, und BNP Paribas mit einem Minus von 13 Prozent trugen dazu bei, dass die Aktienerträge der Branche mehr als zwei Prozentpunkte unter denen des Gesamtmarktes liegen, wie sich aus Bloomberg-Daten ergibt. Händler glauben, dass eher der Euro Stoxx absackt als die Bankaktien. Sie drücken deshalb mit Blick auf die Stresstests die Kosten für eine Absicherung gegen weitere Kursrückgänge im Vergleich zu Absicherungen gegen einen Rückgang des Euro Stoxx 50 auf ein Zwei-Jahres-Tief.

Im Rahmen ihrer Bilanzprüfung – mit dem englischen Kürzel AQR – überprüft die EZB die Qualität der Aktiva von über 130 Geldinstituten. Die Prüfung ist Teil einer breiter angelegten Untersuchung, mit der ermittelt werden soll, ob die Banken etwaigen Marktturbulenzen gewachsen sind. Es ist der dritte Stresstest in Europa seit der Staatsschuldenkrise im Jahr 2010. Ein positiver Ausgang des Tests könnte dazu beitragen, die Kursverluste von Bankaktien zu stoppen, argumentiert Teis Knuthsen, bei der Privatbanksparte der Saxo Bank verantwortlich für Anlageentscheidungen.

„Ich wäre sehr überrascht, wenn die Bilanzprüfung dem Bankensektor zu diesem Zeitpunkt einen erbärmlichen Zustand attestieren würde“, sagte Knuthsen. „Sowohl die EZB als auch die Banken hatten so viel Zeit sich vorzubereiten. Stellen Sie sich vor, dass alle Banken grünes Licht erhalten und gesagt bekommen es sieht bei allen gut aus. Das ist am Markt noch nicht eingepreist.“

Diese Banken haben die beste Kernkapitalquote

Platz 8

Crédit Agricole (Frankreich) – 9,0 Prozent

Kernkapitalquote nach Basel III ausgewählter Banken, 1. Quartal 2014, Quellen: Bloomberg, Thomson Reuters

Platz 7

Deutsche Bank – 9,5 Prozent

Platz 4

Bank of America (USA) – 9,6 Prozent

Platz 4

JP Morgan (USA) – 9,6 Prozent

Platz 4

Barclays (Großbritannien) – 9,6 Prozent

Platz 3

BNP Paribas (Frankreich) – 10,6 Prozent

Platz 2

HSBC (Großbritannien) – 10,8 Prozent

Platz 1

UBS (Schweiz) – 13,2 Prozent

Die Banken der Euro-Zone legten um bis zu 123 Prozent zu, seitdem EZB-Präsident Mario Draghi im Juli 2012 erklärte, dass er alles Notwendige tun werde, um den Euro zu erhalten. Die Rally war weder durch hohe Zahlungen von Geldbußen noch durch Untersuchungen der Aufsichtsbehörden aufzuhalten und erreichte ihren Höhepunkt im April. Danach brach der Branchenindex SX7E bis zum 16. Oktober um 20 Prozent ein. Die Kursverluste waren fast doppelt so hoch wie beim Euro Stoxx 50.

Die umfassende Untersuchung hat im Oktober 2013 begonnen. Mit ihr will die EZB sicherstellen, dass sie am 4. November, wenn sie die Aufsicht über die Banken im Euro-Raum übernimmt, einen detaillierten Einblick in die Branche hat. Die Ergebnisse werden am kommenden Sonntag veröffentlicht.

Kommentare (10)

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Herr Peter Spiegel

21.10.2014, 09:12 Uhr

"überprüft die EZB die Qualität der Aktiva von über 130 Geldinstituten."

Nach Wandlung der Schrottpapiere bei EZB. Gell

Account gelöscht!

21.10.2014, 09:44 Uhr

Das wissen nur die Insider im Umfeld der EZB und anderer Gremien. Und die werden sicherlich ihre Chance nutzen. Die Chance könnte aber auch darin liegen, 'short' zu gehen. Als Otto-Normalbürger jedoch hast du in der asymmetrischen Informationswelt der Börsen eigentlich keine Chance ...

Herr Ylander Ylander

21.10.2014, 10:03 Uhr

Doch, die haben Sie.

Und zwar dann, wenn Sie mit kühlem Kopf handeln.

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