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05.03.2004

07:30 Uhr

Banker sehen großes Interesse an deutschen Börsengängen im Ausland – Geld muss in Wachstumsfinanzierung gehen

X-Fab belastet weitere Emissionen kaum

VonR. Landgraf (C. Schnell, Handelsblatt)

Die Zeichnungsfrist für den ersten Börsengang seit zwei Jahren kann erst heute, mit einem Tag Verspätung starten. Das Erfurter Unternehmen X-Fab Semiconductor Foundries will bis zu 13,225 Mill. Aktien bei Anlegern platzieren.

FRANKFURT/M. Der Börsenprospekt für die erste namhafte Neuemission seit der Emission des Herstellers von Windkraftanlagen, Repower, wurde gestern von der Deutschen Börse genehmigt und ins Internet gestellt (www.xfab.com). Für die Verzögerung machte X-Fab technische Gründe verantwortlich. Die Erstnotiz ist für den 19. März geplant.

Investoren, die an den Vortagen bereits die Emission teils heftig kritisiert hatten, wurden nach dem Studium des Prospekts noch deutlicher: „Einen Sanierungsfall“ nannte ein Portfolio-Manager das Unternehmen. Anlass dafür sei etwa, dass X-Fab es trotz hoher Fördermittel nicht geschafft habe, in den vergangenen drei Jahren schwarze Zahlen zu schreiben. In der Summe wurden 2001 über 10 Mill. €, 2002 über 12,5 Mill. € und 2003 über 2 Mill. € aus Förderprogrammen gezahlt. Für zusätzliche Unruhe sorgt, dass X-Fab zwar Eigentümer der Produktionsanlagen und der Grundstücke an den Standorten Erfurt, Lubbock (USA) und Plymouth (GB) ist; doch fast der gesamte Grundbesitz als Sicherheit für Darlehensforderungen dient und mit Grundpfandrechten belastet ist.

Angesichts der schlechten Nachrichten bleibt für Investoren die Frage offen, ob X-Fab die Preisspanne von 10 bis 14 € im Verlauf der Zeichnungsfrist bis zum 16. März noch senken wird und ob das Unternehmen die Emission möglicherweise ganz vom Markt nimmt. Gestern notierte die X-Fab-Aktie im vorbörslichen Handel bei Börsenmakler Schnigge bei 10,20 bis 10,60 € und damit innerhalb der Preisspanne. Während deutsche Fonds teilweise weiterhin skeptisch bleiben, ob die Emission vom Markt angenommen wird, halten sich nach wie vor Gerüchte, dass im Ausland Interesse an X-Fab bestehen soll.

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