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14.03.2011

08:44 Uhr

Barometer sinkt

Insider machen Kasse

VonChristian Schnell

Deutsche Firmenbosse machen das, was Anleger in unsicheren Zeiten tun: Sie verkaufen Aktien. Topmanager machen einen Teil ihrer Kursgewinne zu Geld, das Insider-Barometer droht in den negativen Bereich zu fallen.

Topmanager der Deutschen Bank haben Aktien im Wert von 1,9 Millionen Euro verkauft. Quelle: Reuters

Topmanager der Deutschen Bank haben Aktien im Wert von 1,9 Millionen Euro verkauft.

FrankfurtSie bleiben im Trend: Deutschlands Topmanager verkaufen weitaus mehr Aktien ihrer Unternehmen, als sie kaufen. Daran haben auch die Kursrückgänge der vergangenen beiden Wochen nichts geändert. Die Unternehmensinsider sonnen sich zwar aktuell im Ruhm ihrer hervorragenden Zahlen für das abgelaufene Jahr. Gleichwohl ahnen sie wohl, dass es jetzt ungleich schwerer wird, diesen Erfolg zu wiederholen. Viele gehen deswegen auf Nummer sicher und machen einen Teil ihrer stolzen Kursgewinne zu Geld.

Dazu passt das Bild der Konsolidierung, das die Börse seit Monatsbeginn abgibt. Die Krise in Nordafrika, der hohe Ölpreis, die neu entflammten Ängste um die Finanzlage einiger Euro-Staaten und seit Freitag auch das schwere Erdbeben in Japan drücken auf die Stimmung und lassen die Anleger vorsichtiger werden. Zumal vielen Investoren der Aufstieg auch zu schnell ging. Von Jahresanfang bis in die zweite Februarhälfte hatte der Dax über sieben Prozent zugelegt – davon ist jetzt nur noch ein Prozent übrig.

Verkäufe könnten Insider-Barometer bald in den roten Bereich treiben

Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, notiert wie schon vor zwei Wochen bei rund 90 Punkten und steht damit gerade noch im neutralen Bereich. Ein Absinken in den negativen Bereich hält Fifam-Experte Simon Bölinger aber angesichts des eindeutigen Trends für möglich. „Wir registrieren im Moment schlicht eine steigende Anzahl von Transaktionen“, sagt er.

Auf Verkaufsseite gab es in den vergangenen beiden Wochen unter den 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax zwar nur drei Orders. Die hatten es jedoch in sich. Beim schwäbischen Halbleiterunternehmen Dialog Semiconductor trennten sich drei Vorstände und ein Aufsichtsrat von Aktien im Wert von fast 2,7 Millionen Euro, seit es mit der Aktie seit Januar gehörig bergab geht. Damals kostete sie bis zu 19 Euro, jetzt nur noch knapp über 14 Euro. Der Verkauf hängt allerdings auch mit einem Aktienoptionsprogramm zusammen, wonach Führungskräfte zu günstigen Konditionen nachkaufen können. Das haben sie in den vergangenen beiden Wochen getan, damit die Zahl ihrer Aktien im Depot etwa gleich gehalten und trotzdem einen hohen Gewinn eingefahren.

Dass die Mehrzahl der Analysten bei Dialog Semiconductor trotz des jüngsten Kursrückgangs weiter positiv gestimmt ist, liegt an einem Gerücht, das seit einigen Tagen die Runde macht. Das iPad 2, das Apple am Freitag auf den Markt brachte, soll mit Bauteilen aus Kirchheim-Teck bestückt sein.

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