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10.08.2015

11:20 Uhr

Baukonzern in der Krise

Imtechs Finanznot belastet Commerzbank

Imtech Deutschland ist insolvent, nun könnte auch bei der niederländischen Mutter das Geld knapp werden. Die Aktie der Baufirma rauscht weiter ab. Eine deutsche Bank, die an Imtech beteiligt ist, hat Millionen verloren.

Mit elf Prozent an der niederländischen Imtech-Mutter beteiligt. dpa

Commerzbank

Mit elf Prozent an der niederländischen Imtech-Mutter beteiligt.

DüsseldorfNach der Pleite der Deutschland-Tochter droht auch dem niederländischen Mutterkonzern Imtech das Geld auszugehen. Die Gespräche mit möglichen Kreditgebern hätten nicht zu einem Ergebnis geführt, teilte der Baudienstleister am Montag mit. Nun gehe es darum, „so viel wie möglich vom Konzern zu erhalten“. Das ließ die Imtech-Aktien an der Börse Amsterdam erneut um 20 Prozent auf 58 Cent einbrechen. Vor fünf Jahren hatten die Papiere noch fast 215 Euro gekostet.

Brisantes Detail: Von einer Pleite der niederländischen Imtech wäre auch die Commerzbank betroffen. Sie gehört nicht nur zu den Gläubigern von Imtech, sondern ist auch mit 11,8 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Bei einer Kapitalerhöhung, die Imtech im vergangenen Jahr wieder auf die Beine bringen sollte, waren die Banken auf einem Großteil der Aktien sitzengeblieben. Seither halten die Commerzbank sowie die niederländischen Institute ABN Amro und Rabobank zusammen 47 Prozent der Anteile. Allein durch den Kursverlust hat die Commerzbank mehr als 50 Millionen Euro verloren.

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Die Verhandlungen von Imtech mit den Geldgebern stocken. Die Baufirma, bis vor kurzem noch Namensgeber des HSV-Stadions, zahlt seine Juli-Gehälter nur verspätet. Die Wut der Mitarbeiter wird immer größer.

Imtech Deutschland mit rund 4.000 Mitarbeitern hatte am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen ist seit Jahren von Skandalen erschüttert – von Korruption bis Kartellvorwürfen, was das Neugeschäft erlahmen ließ. Die Arbeiten am neuen Berliner Flughafen sollen aber vorerst weitergehen, wie der Insolvenzverwalter am Montag mitteilte.

„Ziel des vorläufigen Insolvenzverfahrens ist nun, den Geschäftsbetrieb von Imtech Deutschland fortzuführen, die aktuellen Projekte auf ihre Fortführungsmöglichkeit zu überprüfen und damit möglichst viele der derzeit rund 4.000 Arbeitsplätze zu erhalten“, erklärte Insolvenzexperte Peter-Alexander Borchardt von der Hamburger Kanzlei Reimer.

Von

rtr

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