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28.09.2015

15:33 Uhr

Bayer-Kunststoffsparte

Börsengang von Covestro läuft schleppend

Mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro könnte der Börsengang von Covestro der größte seit dem Boom-Jahr 2000 in Deutschland werden. Doch die Orderbücher sind noch immer nicht gefüllt.

Die Zentrale der Bayer-Kunststoffsparte in Leverkusen. Noch sind die Orderbücher nicht gefüllt. dpa

Covestro

Die Zentrale der Bayer-Kunststoffsparte in Leverkusen. Noch sind die Orderbücher nicht gefüllt.

FrankfurtDer Börsengang der Bayer-Kunststoffsparte Covestro verläuft Finanzkreisen zufolge schleppend. Das Orderbuch sei noch nicht vollständig gefüllt, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Für eine erfolgreiche Notierung ist üblicherweise eine mehrfache Überzeichnung nötig.

Die Erstnotiz von Covestro ist bislang für diesen Freitag geplant. Mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro könnte es der größte Börsengang in Deutschland seit dem Boom-Jahr 2000 werden – wenn genug Anleger zugreifen.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Von

rtr

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