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18.09.2015

19:49 Uhr

Bayer-Kunststofftochter

Covestro plant Milliarden-Börsengang

Es ist der größte deutsche Börsengang seit Jahren: Die Bayer-Kunststofftochter Covestro plant in Frankfurt rund 2,5 Milliarden Euro einzunehmen. Damit sollen vor allem Schulden beim Pharma-Mutterkonzern getilgt werden.

Der Kunststoffhersteller Covestro plant seinen milliardenschweren Börsengang. dpa

Bayer-Tochter

Der Kunststoffhersteller Covestro plant seinen milliardenschweren Börsengang.

Frankfurt/LeverkusenDie Bayer -Kunststofftochter Covestro steuert auf den größten Börsengang in Deutschland seit dem Jahr 2000 zu. Covestro strebe Bruttoeinnahmen von rund 2,5 Milliarden Euro an, teilte das Unternehmen am Freitagabend mit. „Wir haben uns intensiv auf die Eigenständigkeit vorbereitet und sehen uns für den Gang an die Börse sehr gut aufgestellt“, urteilte Vorstandschef Patrick Thomas. Von Montag an bis zum 1. Oktober können Anleger die Aktien zeichnen, die Preisspanne wurde auf 26,50 bis 35,50 Euro festgelegt. Am 2. Oktober will Covestro sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern.

Covestro fertigt mit seinen mehr als 16.000 Mitarbeitern Vorprodukte etwa für die Auto-, Möbel-, Haushaltsgeräte- und Bauindustrie. Covestro-Kunststoffe finden sich unter anderem im Schaumstoff von Matratzen, Autositzen und Schuhsohlen, Dämmstoffen aber auch in Blu-ray Discs und dem offiziellen Fifa WM-Ball wieder.

Mit dem Geld aus dem Börsengang will Covestro vor allem Schulden tilgen, die ihr Bayer aufgebürdet hat. Die Nettofinanzverschuldung inklusive Pensionsverpflichtungen soll sich nach der Kapitalerhöhung auf etwa vier Milliarden Euro belaufen.

Auch nach dem Börsengang wird Bayer zunächst die Mehrheit an der Firma halten. Je nach der Zahl der Aktien, die platziert werden, wird der Streubesitz zwischen rund 34 und etwa 40 Prozent liegen. Die Zahl der auszugebenden Aktien richtet sich nach dem Ausgabepreis: Bei hoher Nachfrage sollen am oberen Ende der Preisspanne 70,4 Millionen Aktien angeboten werden, am unteren Ende der Preisspanne 94,3 Millionen Aktien.

2014 kam das Unternehmen bei einem Umsatz von 11,76 Milliarden Euro auf einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von 1,16 Milliarden Euro. „Mittelfristig erwarten wir weiteres Wachstum bei Umsatz und bereinigtem Ebitda“, bekräftigte Thomas, der die Anleger auch mit einer Dividende locken will. Die Aktionäre sollen, wie schon angekündigt bereits für 2015 eine Ausschüttung von 100 bis 150 Millionen Euro erhalten. Ab 2016 sind Ausschüttungen von 30 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses geplant.

Wenn die Neuemission wie geplant ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro erreicht, wäre die vormalige Bayer-Sparte Material Science der größte Börsengang in Deutschland seit dem Jahr 2000. Die bisher größte Emission in diesem Jahr, die Deutsche Pfandbriefbank, würde bei einem geglückten Börsendebüt von Covestro in der Liste der größten Börsengänge dieses Jahrtausends mit 1,16 Milliarden Euro dann auf Platz 14 abrutschen. Begleitet wird der Börsengang federführend von der Deutschen Bank und Morgan Stanley.

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