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05.01.2005

14:45 Uhr

Aktien

Bayer weiter sehr schwach - Vorstandschef Wenning optimistisch

Ungeachtet der Aussagen von Vorstandschef Werner Wenning hat die Bayer-Aktie am Mittwoch einen Kursrückgang von mehr als zwei Prozent verzeichnet. Bis um 14.20 Uhr verlor Bayer 2,22 Prozent auf 24,19 Euro, während der Dax um 0,75 Prozent auf 4 258,27 Punkte nachgab.

dpa-afx FRANKFURT. Ungeachtet der Aussagen von Vorstandschef Werner Wenning hat die Bayer-Aktie am Mittwoch einen Kursrückgang von mehr als zwei Prozent verzeichnet. Bis um 14.20 Uhr verlor Bayer 2,22 Prozent auf 24,19 Euro, während der Dax um 0,75 Prozent auf 4 258,27 Punkte nachgab. Im Tagesverlauf waren Bayer-Aktien lange Zeit der größte Dax-Verlierer.

"Einige Investoren räumen wohl ihre Depots auf und da scheint das Bayer-Papier nicht zu den Favoriten für 2005 zu gehören", erklärte ein Händler die Kursverluste. Zudem habe der US-Konkurrent Eastman Chemicals seine Gewinnerwartung reduziert und damit die Bayer-Aktie in Mitleidenschaft gezogen, sagte der Börsianer. Eastman Chemicals hatte erklärt, dass der Gewinn vor Sonderposten im Schlussquartal 2004 wegen höherer Rohstoffkosten wahrscheinlich unter den Erwartungen liegen werde. Die Aktie des Bayer-Konkurrenten büßte nach der Mitteilung an der Wall Street mehr als sieben Prozent ein. "Die Sorge über die steigenden Rohstoffkosten bei Eastman könnte bei Bayer auch den Bereich Material Science betreffen", gab ein Analyst zu bedenken.

Wenning Optimistisch

Dagegen zeigte sich Bayer-Chef Wenning zuversichtlich: "In unserem Geschäft mit hochwertigen Materialien wollen wir in den nächsten Jahren im Schnitt um fünf Prozent zulegen", sagte Wenning in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche". Besonders starkes Wachstum werde für Asien erwartet, wo Bayer Materialscience laut Wenning "in den nächsten Jahren 1,8 Mrd. Euro investieren wird". Unter Material Science hat der im Dax gelistete Konzern den Teil der Chemie- und Kunststoffaktivitäten zusammengefasst, der nicht an die neue Chemiegesellschaft Lanxess übertragen wird.

Lanxess Bereitet Vielen Kopfschmerzen

Andere Branchenbeobachter begründeten den Kursverlauf mit dem bevorstehenden Börsendebüt von Lanxess und kritischen Analystenkommentaren. Investoren würden vor dem Börsengangs abwarten und eher eine Basf-Aktie ins Depot nehmen. Für Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) erscheint das Bayer-Papier überbewertet. Zudem setze der Markt zu stark auf die Refokussierung der Strategie bei den Leverkusenern. Die Pharma-Pipeline enthalte nur zwei Produkte und Bayer bleibe trotz der Abspaltung von Lanxess abhängig vom Chemiebereich. Die abgespaltene Lanxess soll am 31. Januar an die Börse kommen, die Bayer-Aktionäre erhalten dabei zusätzlich Lanxess-Aktien im Verhältnis eins zu zehn. Belastend wirke auch die Herabstufung der Aktie von "Hold" auf "Sell" durch Citigroup Smith Barney, erklärten Händler. Als Begründung hatte die Bank am Vortag die schwache Gesamtkapitalrendite und die Rendite auf das investierte Kapital genannt.

Die Senkung der Dividende im Jahr 2003 interpretieren die Analysten von Smith Barney zudem als ein Zeichen für das sinkende Vertrauen des Unternehmens in die eigene Prognose. Nach Einschätzung der Analysten wird die Bayer-Aktie bereits am oberen Ende des fairen Wertes gehandelt und hat daher momentan kein weiteres Aufwärtspotenzial.

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