Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2012

18:51 Uhr

Belgischer Energiekonzern

Electrawinds zieht es an die deutsche Börse

Der belgische Öko-Energieerzeuger Electrawinds soll an der deutschen Börse unterkommen. Dazu soll Electrawinds unter den Mantel eines leeren Unternehmens schlüpfen, dass bereits an der Börse geführt wird.

Eine Biogasanlage hinter einem Rapsfeld. ZB

Eine Biogasanlage hinter einem Rapsfeld.

Frankfurt/BrüsselDer belgische Öko-Energieerzeuger Electrawinds soll durch die Hintertür an die deutsche Börse gehen. Der Betreiber von Wind- und Biomasse-Kraftwerken schlüpft dazu in den leeren, bereits in Frankfurt börsennotierten Unternehmens-Mantel European CleanTech 1 (ECT 1).

Dessen Initiatoren und Aktionäre wollen sich mit knapp 24 Prozent an Electrawinds beteiligen, wie sie am Mittwoch mitteilten. „Wir hatten über 190 Firmen auf dem Radar“, sagte Willi Mannheims, der ECT 1 mit ins Leben gerufen hatte. Das belgische Unternehmen, das bisher in Händen der beiden Gründer und mehrere Finanzinvestoren war, wird dabei mit 750 Millionen Euro bewertet.

ECT 1 war seit gut eineinhalb Jahren auf der Suche nach einem Investitionsobjekt aus der Erneuerbare-Energien-Branche, um sich daran mit bis zu 115 Millionen Euro zu beteiligen. Die Zustimmung der Aktionäre, die für den 15. Juni angesetzt ist, sei nur Formsache, sagte Mannheims. Die für zehn Euro an die Börse gebrachte Aktie notierte am Mittwoch bei 9,97 Euro.

Nach der Übernahme wird aus ECT 1 die Electrawinds SE. Die Altaktionäre des Unternehmens aus Oostende bleiben mit 76 Prozent beteiligt. Sie erhalten zudem 14,6 Millionen Euro in bar, dem Unternehmen bleiben dadurch 95 Millionen Euro für Investitionen.

Electrawinds, 1998 von den Brüdern Luc und Paul Desender gegründet, will mit dem neuen Geld die Expansion ins Ausland forcieren. Das Unternehmen ist unter anderem in Serbien und in Südafrika aktiv. Dort betreibt Electrawinds Windkraftwerke am Land und im Meer, stellt aber auch aus Müll und tierischen Abfällen Energie her.

„Electrawinds hilft oft bei der Lösung politischer Probleme“, sagte Mannheims. Eine Expansion in die Müllverbrennung in Deutschland schloss Mannheims aus. 2011 erwirtschaftete Electrawinds bei Einnahmen von 116,5 Millionen Euro einen operativen Gewinn von 31,1 Millionen Euro.

ECT 1 hatte Mitte März erstmals Gespräche mit den Belgiern bestätigt. Das Unternehmen ist ein sogenanntes „SPAC“ ("Special Purpose Acquisition Vehicle"), ein leerer Börsenmantel, der mit Leben gefüllt werden soll. SPACs haben dafür zwei Jahre Zeit, sonst müssen sie das eingesammelte Geld an die Aktionäre zurückgeben.

Zu den Initiatoren von ECT 1 zählen Mannheims und sein Kollege Helmut Vorndran vom Finanzinvestor Ventizz Capital. der viel in Öko-Projekte investiert. „Ich sehe viele Synergien zwischen Electrawinds und Ventizz“, sagte Mannheims. Er schloss nicht aus, ein zweites SPAC an die Börse zu bringen - allerdings wohl nicht mehr in diesem Jahr.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×