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10.07.2012

12:17 Uhr

Berichtssaison

US-Analysten überbieten sich mit Kaufempfehlungen

Zum Start der US-Berichtssaison haben Analysten für die Unternehmen im Standard & Poor's 500 Index so viele Kaufempfehlungen vergeben wie nie zuvor. Zuletzt gingen die Prognosen noch in verschiedene Richtungen.

Analysten sind optimistisch, was die Entwicklung der US-Konzerne anbelangt. dapd

Analysten sind optimistisch, was die Entwicklung der US-Konzerne anbelangt.

New YorkEigentlich rechnen Analysten mittlerweile gar nicht mehr mit höheren Quartalsergebnissen der US-Konzerne. Im Gegenteil: Sie haben ihre Erwartungen in letzter Zeit deutlich reduziert. Und dennoch: Insgesamt 247 der S&P-500-Mitglieder verfügen über mehr Kaufempfehlungen als Verkauf- und Halten-Empfehlungen zusammengenommen, wie aus Bloomberg-Zahlen hervorgeht. Das ist die höchste Zahl seit Bloomberg im Jahr 2000 mit der Sammlung dieser Daten begann. Gleichzeitig sagen sie für die abgelaufenen drei Monate einen durchschnittlichen Gewinnrückgang um 1,8 Prozent voraus, während sie noch im April ein Plus um zwei Prozent prognostiziert hatten. Mehr als 10.000 Prognosen wurden dafür zusammengetragen.

Markt-Bullen gehen dennoch davon aus, dass die S&P-500-Unternehmen in diesem Jahr Rekordgewinne einfahren werden. Sie verweisen zudem darauf, dass die Titel 16 Prozent unter ihrer mittleren Bewertung seit den 50er Jahren gehandelt werden.

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Unternehmen mit dickem Geldbeutel

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„Meine Auswahl basiert nicht auf einem Quartal”, sagt Howard Rubel, ein Aktienanalyst bei Jefferies & Co. „Die vielen Teile, die sich zu einer Empfehlung zusammensetzen, können nicht immer in einem Satz zusammengefasst werden. Der Quartalsbericht ist nur ein Teil davon. Man muss sich die Dinge über einen längeren Zeitraum hinweg ansehen.”

Rubel, der in einem Bloomberg-Ranking zu den Top-5-Analysten für mehr als die Hälfte der von ihm beobachteten Aktien zählt, hat im Juni seine Gewinnprognose für United Technologies Corp. reduziert. Die Kaufempfehlung für den Anbieter von Flugzeugtriebwerken behielt er jedoch bei. Insgesamt raten 21 Analysten zum Kauf der Aktie, lediglich vier, sie zu halten und keiner rät zum Verkauf. Gleichzeitig haben die Experten die Prognose für den Jahresgewinn des Konzerns um 9,6 Prozent auf 5,49 Dollar je Aktie gesenkt.

Zuletzt gingen Gewinnerwartungen und Aktienempfehlungen im dritten Quartal 2009 in unterschiedliche Richtungen. Damals herrschte eine seit sechs Monaten anhaltende Rally am Markt, die dem S&P 500 bis April 2012 zu einem Plus von mehr als 100 Prozent verhalf. Damals sagten die Analysten einen Rückgang des Jahresgewinns um 23 Prozent voraus, während bei 205 S&P- Mitgliedern die Zahl der Kaufempfehlungen die der Verkauf- und Halten-Empfehlungen übertraf.

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