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02.01.2004

09:26 Uhr

Bis zum Sommer trauen Analysten der Tokioter Börse noch einmal ein kräftiges Plus zu – „Die schlimmsten Probleme sind überstanden“

Japanischen Aktien stehen turbulente Zeiten bevor

VonNicole Bastian

Auf das Börsenjahr 2003 blicken die Investoren in Japan gerne zurück. Nach einer besorgniserregenden Talfahrt mit immer neuen 20-Jahres-Tiefstständen ging es seit Anfang Mai steil nach oben. Und auch wenn der Leitindex Nikkei seit einigen Wochen orientierungslos um die Marke von 10 000 Punkten pendelt, bringt er es in der Jahresbilanz auf ein Plus von fast 25 Prozent. Auch für 2004, das Jahr des Affen im asiatischen Tierkreiszeichenkalender, sind die Aussichten für Japans Aktienmarkt zunächst einmal nicht schlecht.

TOKIO. Viele Analysten halten einen Nikkei-Stand von 13 000 Punkten für durchaus realistisch. Ein häufiges Szenario jedoch: Ein starker Anstieg in der ersten Jahreshälfte auf dem Rücken von Exporten und Gewinnen inländischer Unternehmen. Danach ab Sommer fallende Kurse in Erwartung einer konjunkturellen Abkühlung im Herbst.

Einigkeit herrscht unter den Analysten darüber, dass der Nikkei-Index nicht mehr auf das 20-Jahrestief vom April 2003 mit 7.607,88 Punkten fallen sollte. Viele sehen den Tiefpunkt im kommenden Jahr eher um die 9000 Punkte. Ob Goldman Sachs, UBS oder Nomura – alle sind der Meinung, dass die Probleme mit den faulen Krediten größtenteils überwunden sind. Zudem, ergänzt Shinichiro Kobayashi vom Forschungsinstitut der japanischen Bank UFJ, habe sich die Angst vor dem großen Chaos in Tokio gelegt, nachdem die Finanzprobleme der fünftgrößten Bankengruppe Resona und der großen Regionalbank Ashikaga die Finanzmärkte eben nicht durcheinander gewirbelt hätten.

Die Stimmung an der Tokioter Börse hat sich in der Tat gewandelt – vor allem bei den ausländischen Anlegern. Nigel Richardson, Seniorstratege bei Axa Investment Managers in London, traut dem Nikkei im Jahr des Affen noch einmal ein Plus von 30 bis 40 % zu. Durch das Wachstum der Wirtschaft über Exporte in die USA würden sich viele strukturelle Probleme Japans von selbst erledigen. Zudem hätte sich die Einstellung japanischer Unternehmen ihren Aktionären gegenüber geändert: Die Dividenden seien merklich gestiegen und die Aktien damit für ausländische Investoren attraktiver geworden. Dass dieses positive Klima unter ausländischen Investoren umschwenkt, sehen Paul Sheard und Hiroshi Shiraishi von Lehman Brothers in Tokio denn auch als ein zentrales Risiko für die Marktentwicklung in Tokio 2004 an.

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