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30.01.2013

11:29 Uhr

Blackberry

Auf zum letzten Gefecht

VonJörg Hackhausen

Heute stellt Research in Motion die brandneuen Blackberrys samt neuem Betriebssystem vor. Es ist die letzte Chance für das Unternehmen. In einem Punkt hat man Apple und Samsung aber schon abgehängt.

Auf der Suche nach Balance: RIM-Chef Thorsten Heins will, dass die neuen Blackberrys nicht nur sicher sind, sondern auch Spaß machen. Reuters

Auf der Suche nach Balance: RIM-Chef Thorsten Heins will, dass die neuen Blackberrys nicht nur sicher sind, sondern auch Spaß machen.

DüsseldorfWird es der Befreiungsschlag oder nur das letzte Aufbäumen? Wenn Thorsten Heins um 10 Uhr (Ortszeit) in New York vor die Presse tritt, dann geht es um nicht weniger als die Existenz seines Unternehmens. Der Chef von Research in Motion (RIM) stellt die aktuellste Generation des Blackberry samt neuem Betriebssystem vor – zum ersten Mal wird es ein Blackberry mit Touchscreen geben, sieht man von einem misslungenen und längst vergessenen Versuch ab.

Die Geräte sollen, nein, müssen endlich die Wende bringen, wenn der Telefonhersteller im Konkurrenzkampf mit Apple, Samsung, aber auch Nokia überleben will.

„RIM setzt alles auf eine Karte – es geht um alles“, sagte Ramon Llamas, Analyst von International Data Corporation (IDC), der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es ist eine Sache, den Laden aufzuräumen. Aber wenn es darum geht, nach draußen zu gehen, dann ist das etwas ganz anderes.“ 

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Heins (55) hat vor rund einem Jahr den Chefposten bei RIM übernommen. Seitdem hat er fast ein Drittel der Stellen gestrichen, neue Manager für Marketing und Vertrieb engagiert. Einer von zwei Firmenjets wurde abgeschafft, den anderen teilt sich Heins mit seinen Vorstandskollegen. Durch den rigorosen Sparkurs hat Heins ein Cash-Polster von fast drei Milliarden Dollar aufgebaut. Manche ziehen schon Vergleiche zu Steve Jobs, der Apple nach seiner Rückkehr im Jahr 1997 wieder zum Leben erweckte. Eine entscheidende Zutat fehlt allerdings noch: ein Produkt, das bei den Konsumenten ankommt. 

Die Börse hat den neuen Kurs bei RIM wohlwollend aufgenommen. In der Hoffnung auf ein Turnaround kauften die Anleger in den vergangenen Wochen fleißig Aktien des Blackberry-Herstellers. Der Kurs stieg innerhalb von drei Monaten um 130 Prozent auf rund 17,50 Kanadische Dollar. Dazu muss man wissen: Vor fünf Jahren kostete ein Anteilsschein noch mehr als 90 Dollar.  

Im Moment spricht der Trend an der Börse für RIM. Die Aktie von Nokia – das ebenfalls an einem Comeback werkelt – stieg in den vergangenen drei Monaten um 50 Prozent. Samsung schaffte ein Plus von fünf Prozent. Der große Verlierer: Apple, die Aktie sackte um 30 Prozent ab.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

30.01.2013, 14:24 Uhr

Falls es RIM schafft ein Betriebssystem zu liefern, das Beruf und Privat sauber auseinander hält aber auch verbindet, dann werden die Geschäftskunden in Massen kaufen: das Problem mit privaten Geräten in Betrieben (BYOD) ist alles andere als gelöst, viele IT-Abteilungen fahren eine sehr restriktive Strategie.

buster4711

30.01.2013, 17:32 Uhr

Ich war auch Jahrelang nutzer von BB bis ich auf die Idee kam mir ein iPhone zuzulegen. (im nachhinein ein ganz blöde Idee) der Verbund mit dem "super" Programm iTunes nervt nur. Ich war schon sehnsüchtig auf ein neues BB für mich und verspreche dann Treue zum RIM.

OldFox

30.01.2013, 18:48 Uhr

Allen 'Spielern' mit mobile devices sei mal was gesagt: ich bin nach wie vor überzeugter User eines Blackberry 3700. Warum ? Ganz einfach: lassen Sie mal ein Iphone oder ein Galaxy aus 1 m Höhe auf harten Boden fallen - die sind anschließend schlicht unbrauchbar. Als Produktionsleiter 'gelingt' mir das leider häufig. Mein RIM-Phone dagegen ist einfach unkaputtbar. Darum setzt auch die US Army weiterhin auf diese robuste Version.
Also: High-Tech ist schon cool aber Robustheit ist auch was wert.

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