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13.01.2009

12:37 Uhr

BNP könnte nachlegen

Gerüchte um höheres Gebot treiben Fortis-Aktien

Aktionäre des angeschlagenen belgisch-niederländischen Finanzdienstleister Fortis haben harte Zeiten hinter sich. Gerüchte, dass die französische Großbank BNP Paribas ihr Angebot für Teile von Fortis nachbessern könnte, geben den Anlegern jetzt aber einen Anlass zur Freude. Mit einem Plus von mehr als zehn Prozent setzt sich die Fortis-Aktie an die europäische Spitze.

HB BRÜSSEL/AMSTERDAM/PARIS. Die Aktien von Fortis haben am Dienstag ihre Vortagsgewinne kräftig ausgebaut und sich klar an die Spitze des Euro Stoxx 50 gesetzt. Gegen Mittag lagen die Papiere der angeschlagenen belgischen Bank rund 13 Prozent im Plus bei 1,47 Euro. Der europäische Leitindex verlor hingegen 2,2 Prozent und fiel unter 2 400 Punkte.

Fortis-Aktien hatten Ende November 2008 nach monatelanger Talfahrt noch bei rund 60 Cent gelegen, ehe eine Gegenbewegung einsetzte. Das jüngste deutliche Plus begründete Analyst Marc Debrouwer von Petercam vor allem mit Spekulationen, dass die französische Großbank BNP Paribas ihr Angebot für Teile der belgischen Bank nachbessern könnte. Andernfalls, so hieß es am Markt, könnten die Fortis-Aktionäre gegen den Deal stimmen.

Die Titel von BNP fielen indes um sechs Prozent auf 32,10 Euro. Sie litten Händlern zufolge unter Spekulationen um eine Kapitalerhöhung. Die französische Großbank hatte zudem klargestellt, dass sie an einer Übernahme zu den im Oktober letzten Jahres festgesetzten Bedingungen festhalten möchte.

Diese sehen unter anderem vor, dass BNP das Fortis-Geschäft in Belgien und Luxemburg für 14,5 Milliarden Euro erwirbt. Zudem erwarb die Regierung in Den Haag die niederländische Fortis-Sparte für 16,8 Milliarden Euro, zu der auch die Großbank ABN Amro gehört. Fortis selbst soll nach Abschluss dieser Transaktionen nur noch aus Rest-Aktivitäten im internationalen Versicherungsbereich bestehen.

Auch ein anderer Analyst rechnet mit einer Ablehnung des Verkaufs der belgischen Fortis-Sparte durch die Fortis-Aktionäre. In diesem Fall dürften die Aktien der belgischen Bank noch Aufwärtspotenzial besitzen, hieß es.

Dem Verkauf an den niederländischen Staat jedoch scheint Händlern zufolge nichts entgegen zustehen. Ein negatives Votum der Fortis-Anteilshalter dürfte auch schwierig umzusetzen ein, da Fortis-Papiere bereits an die niederländische Regierung geliefert worden seien, kommentierte ein Börsianer.

Wichtig für das Abstimmungsverhalten der Fortis-Aktionäre sei nun ein Zwischenbericht von Experten, die von verschiedenen Gerichten benannt worden waren, fuhr der Analyst fort. Dieser wird für Anfang Februar erwartet. Auf der Hauptversammlung am 12. Februar 2009 sollen dann die entscheidenden Abstimmungen stattfinden.

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