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27.11.2013

16:53 Uhr

Börse

Welche Aktien die neue Regierung bewegt

VonDörte Jochims, Jens Hagen, Dirk Wohleb, Julia Rotenberger

Aktionäre betrachten die Pläne der neuen Regierung mit Argusaugen. Erste Kursreaktionen zeigen die Gewinner und Verlierer der Koalitionsverhandlungen. Welche Aktien bald deutlich steigen oder fallen könnten.

Die Marktteilnehmer warten auf den Zinsentscheid der US-Notenbank am Donnerstag. dpa

Die Marktteilnehmer warten auf den Zinsentscheid der US-Notenbank am Donnerstag.

DüsseldorfKaum ist der Koalitionsvertrag besiegelt, beginnen die Anleger zu rechnen. Welche Anlageklasse könnte profitieren? Welche Regulierungen zwingen zur Umschichtung? Und welche Unternehmen können lukrative Aufträge oder Steuervorteile ergattern, die die Aktienkurse beflügeln?

„Das Wichtigste für die Finanzmärkte ist, dass die erfolgreiche deutsche Europapolitik fortgesetzt wird - also Unterstützung für die Krisenstaaten im Gegenzug für Reformen“, sagte Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank. „Der Staat wird zwar etwas mehr ausgeben, dürfte es aber trotzdem schaffen, sowohl den Stabilitätspakt als auch die Schuldenbremse einzuhalten.“

An den Finanzmärkten gibt es zunächst einmal Entwarnung. Der Handelstag verlief ruhig. Der Dax hatte am Mittwoch mit einem Plus von 0,66 Prozent bei 9351 Punkten geschlossen. Ein Rekordhoch und erneut das Ergebnis einer kleinen Tagesrally. Bundesanleihen bewegten sich kaum. Immerhin stieg der Euro zwischenzeitlich auf ein Vier-Monats-Hoch von 1,3612 Dollar.

Koalitionsvertrag im Überblick

Mindestlohn

Die Koalitionäre haben sich auf einen Mindestlohn von 8,50 Euro ab 2015 geeinigt. In einer Übergangszeit bis 2017 können die Tarifpartner allerdings noch Abschlüsse vereinbaren, die unter 8,50 Euro liegen. Über die Höhe des Mindestlohns soll eine siebenköpfige Kommission aus Arbeitgebern und Gewerkschaften entscheiden. Der Mindestlohn soll nicht für Auszubildende und Praktikanten gelten.

Energiewende

Die Große Koalition strebt bis zum Jahr 2030 einen Ökostromanteil von 55 bis 60 Prozent an. Daran orientieren sich zahlreiche Investitionsentscheidungen für neue Windparks. Aber auch die Wirtschaftlichkeit von neuen konventionellen Kraftwerken hängt daran.

Leiharbeit

Die Überlassung von Arbeitnehmern an eine Leiharbeitsfirma soll auf 18 Monate begrenzt werden. Nach neun Monaten soll es zudem eine gleiche Bezahlung für Leiharbeiter und Stammbelegschaft geben.

PKW-Maut

Es soll einen Prüfauftrag für die Einführung einer PKW-Maut geben. Eine Maut muss zwei Bedingungen erfüllen: Erstens soll sie nur ausländische Autofahrer belasten und zweitens mit dem Europarecht vereinbar sein.

Doppelte Staatsbürgerschaft

Denn der Vertrag sieht vor, dass bei der Doppelten Staatsbürgerschaft die sogenannte Optionspflicht fallen soll. Das heißt, dass Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, sich künftig nicht mehr bis zum 23. Geburtstag zwischen dem deutschen Pass und dem des Heimatlandes ihrer Eltern entscheiden müssen.

Rente nach 45 Beitragsjahren

Leute die 45 Jahre Beiträge in die Rentenkasse bezahlt haben sollen bereits ab dem 63 Lebensjahr abschlagfrei in Rente gehen können.

Mütterrente

Ältere Mütter, die vor 1992 Kinder bekommen haben, sollen bei der Rente besser gestellt werden.

Commerzbank-Analysten Ulrich Leuchtmann erklärte, vor allem für die Anleger am Devisenmarkt klinge der Koalitionsvertrag wohl gar nicht so schlecht. „Klar, das SPD-Mitgliedervotum ist eine Hürde, deren Überwindung noch nicht mit Sicherheit feststeht. Aber erst mal kann man den Abschluss der Verhandlungen feiern.“

Die Analysten der ING Bank äußerten sich kritisch zu der Vereinbarung: „Der Fokus der neuen Regierung scheint bislang nicht darauf zu liegen, die wirtschaftlich guten Zeiten für neue strukturelle Reformen zu nutzen, um auf diesem Weg das Wachstumspotenzial zu steigern. Wenn dazu nicht mehr kommt, könnte sich der Koalitions-Deal als verpasste Gelegenheit entpuppen.“

Eben diese verpassten Gelegenheiten sorgen bei einigen Aktionären für gute Laune. So stiegen etwa die Aktien der Deutschen Post um bis zu 2,6 Prozent auf 25,49 Euro zu und notierten damit so hoch wie zuletzt Anfang Mai 2007. Die Aktie Gelb führt die Dax-Gewinnerliste an.

Der Grund: Während ein Mindestlohn für viele Unternehmen aus der Branche höhere Kosten verursacht, ist die Post davon kaum betroffen. Laut Aussagen von Post-Chef Frank Appel zahle sein Unternehmen im Brief- und Paketgeschäft bereits mehr als den geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro.

Die Deutsche Post ist nicht die einzige Aktie, die von den Koalitionsverhandlungen betroffen ist. Handelsblatt Online portraitiert fünf Titel, die Anleger im Zuge der Pläne der neuen Regierung im Auge behalten sollten.

Kommentare (4)

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arbeiter

27.11.2013, 17:14 Uhr

Jede Aktie wird gut bleiben, die sich um ihr Geschäftsfeld kümmert und aufmerksam bleibt.
Wer da Politik betreiben sollte, der sollte rausgeschmissen werden und zwar in hohem Bogen.
Aber sowas gilt im HB schon wieder als unsachlich.

Wie überhaupt Politik erst da anzufangen scheint, wo einem die Proleten auf dem Schoß sitzen wollen.

Proleten mag ich nicht, Politiker schon gleich garnicht: ich mag Kennzahlen.

Und von Kennzahlen haben Politiker ganz und gar keine Ahnung.

Account gelöscht!

27.11.2013, 18:21 Uhr

Wie gestalte ich mein Leben abwechslungsreich ?

Erst mal mit 100% Fremdkapital ein Haus kaufen. Die BLÖD-Zeitung hat's empfohlen, da kann gar nichts schief gehen.

Dann einen ordentlichen Kredit aufnehmen und auf Handelsblatt-Empfehlung Aktien kaufen, so wie seinerzeit griechische Staatsanleihen.

Dann sich eine Frau suchen wie Lothar Matthäus, die schauen immer gut aus.

MUUHHAAHAHAHAHAHAHAAHA ...........

(Der Autor hat keine dieser Empfehlungen selbst durchgeführt und kann daher für die Richtigkeit der Aussagen weder eine Garantie übernehmen noch zur Verantwortung gezogen werden)

Ironie_aus

27.11.2013, 18:24 Uhr


"Welche Aktien die neue Regierung bewegt"

Na alle die Ihre Bilanz gut fälschen können und nach der Amtszeit einer dieser Politiker im Aufsichtsrat sitzt.

Noch Fragen?



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