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21.05.2011

14:00 Uhr

Börsen-Barometer

Insider zeigen wieder Mut

VonChristian Schnell

Exklusiv Chefs von großen Konzernen schwimmen bei Aktien häufig gegen den Strom. Während die breite Masse der Anleger eher vorsichtig ist, kaufen sie kräftig zu, zeigt das Handelsblatt-Insider-Barometer.

Die Mehrzahl der Anleger neigt derzeit zur Vorsicht - nicht jedoch die Konzernlenker. Quelle: dapd

Die Mehrzahl der Anleger neigt derzeit zur Vorsicht - nicht jedoch die Konzernlenker.

Frankfurt

Gerne werden die Chefs der führenden Konzerne als "Kontraindikatoren" bezeichnet. Der Grund für diese Bezeichnung ist, dass sie bei ihren Aktiengeschäften häufig das machen, was die breite Masse an Analysten, Fondsmanagern und Vermögensverwaltern gerade nicht empfiehlt. Deren Credo lautet momentan so: Die deutsche Wirtschaft zeigt sich weiter robust, sie leidet jedoch künftig unter dem schwachen Wachstum der Nachbarn und unter drohenden Zinserhöhungen. So jedenfalls formuliert es Eric le Coz vom französischen Fondshauses Carmignac Gestion.

Gerade die Top-Manager der Unternehmen, die als besonders konjunktursensibel gelten und diese Konsequenzen zuallererst spüren müssten, halten jedoch dagegen. Die Chefs Lanxess, Heidelberg Cement und K+S haben sich ungeachtet dessen in den vergangenen beiden Wochen mit Aktien ihres Unternehmens eingedeckt. Ihr Tenor ist eindeutig: Das erste Quartal war stark, die bisherigen Zahlen für das zweite Quartal ebenso. Und für das weitere Jahr rechnen sie ebenso mit einem Anhalten dieses Trends. Worte wie "Gewinnsprung" und "Rekordniveau" gehören bei Lanxess-Chef Axel Heitmann beispielsweise zum Vokabular.

Eines darf man den Top-Managern indes nicht unterstellen: Blind gekauft, nur weil die Aussichten gut sind, hat hier niemand. Bewusst haben sie gewartet, bis die Kurse zuletzt wegen der Euro-Schuldenkrise etwas zurück gekommen waren und sind dann eingestiegen. "Die Unternehmenslenker sind speziell da wieder aktiver geworden", sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam).

Das Insider-Barometer, das die Fifam-Experten alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management anhand der Aktienorders errechnen, die die Vorstände an die Börsenaufsicht Bafin melden müssen, ist nach langen Monaten auf Niveaus zwischen 90 und 95 Punkten zuletzt auf 100 Punkte gestiegen. Für den Aktienmarkt bedeutet dies vorerst eine Seitwärtsbewegung. Die jüngste Tendenz zeigt indes eindeutig, dass der Mut bei den Insidern zurückgekehrt ist.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

22.05.2011, 12:50 Uhr

Eine gute journalistische Arbeit hätte wohl Zahlen zugefügt, wie die «Chefs» bei ihren Anlagen unter Berücksichtigung des Anlagenzeitraums im Vergleich zum Gesamtmarkt abschließen.

Account gelöscht!

18.06.2011, 16:52 Uhr

Schon vor einigen Wochen kam die Nachricht, dass Manager die Aktien ihrer eigenen Unternehmen gekauft hätten. Nur stehen heute die Kurse noch viel tiefer, also von einbem richtigen Riecher kann man da wohl eher nicht sprechen. Fragt sich nur, wessen Geld hier investiert wurde, das private oder das firmeneigene. Auch da sollte man genauer unterscheiden.

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