Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.04.2013

10:19 Uhr

Börsen-Debütant

Evonik kann für Milliarden einkaufen

Evonik feiert heute seine Premiere an der Frankfurter Börse und kann sich bereits über erste Kursgewinne freuen. Vorstandschef Klaus Engel plant nun eine groß angelegte Einkaufstour.

Ipo

Evonik: An die Börse durch die Hintertür

Ipo: Evonik: An die Börse durch die Hintertür

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDer Spezialchemiekonzern Evonik steht nach mehreren gescheiterten Anläufen endlich auf dem Kurszettel der Frankfurter Börse. Die Aktien des Börsendebütanten starteten am Donnerstagmorgen mit 33 Euro in den Handel und verbuchten damit erste Kursgewinne.

Nach Einschätzung von Vorstandschef Klaus Engel kann Evonik Milliarden für Zukäufe ausgeben. "Vor allem Firmen, die mit Ressourceneffizienz, Gesundheit, Ernährung oder Spezialmaterialien zu tun haben, interessieren uns", sagte er dem Handelsblatt in einem Interview. "Für verschiedene Akquisitionen können wir bis zu einer Milliarde Euro locker ausgeben. Und da kommen jetzt noch Mittel aus den Immobilien hinzu." Diese sollen verkauft werden. Mit Hilfe von günstigen Krediten habe Evonik "einiges mehr als die genannte Milliarde Euro zur Verfügung". Konkretes gebe es allerdings nicht zu berichten.

Evonik feiert am Donnerstag seine Premiere an der Frankfurter Börse. Dann sind 14,5 Prozent der Aktien im Besitz außenstehender Aktionäre. Das Essener Spezialchemieunternehmen hatte die Papiere allerdings nicht öffentlich angeboten, sondern in drei Schritten bei Investoren platziert, nachdem drei Anläufe an die Börse vorher im Sande verlaufen waren. Der Staatsfonds Temasek aus Singapur hält nun 4,6 Prozent. Die letzte Tranche im Wert von 345 Millionen Euro ging erst am Mittwoch zu 32,20 Euro je Aktie an Investoren. Damit sind nun Aktien im Wert von fast 2,2 Milliarden Euro im Streubesitz, insgesamt wird Evonik mit 15 Milliarden Euro bewertet.

Fakten zum Dax

Fakt 1

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung“ fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Fakt 2

Dem Dax gehören die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse an.

Fakt 3

Der Dax wird als Performance-Index berechnet und unterscheidet sich so wesentlich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Fakt 4

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Fakt 5

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse eine Rangliste für Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Diese dient auch dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Fakt 6

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Fakt 7

Zur Dax-Familie zählen für die Nebenwerte der MDax und für die Kleinwerte der SDax, denen je 50 Werte angehören. Zudem gibt es den TecDax mit 30 Technologieaktien.

Fakt 8

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt vier Mal im Jahr: im März, Juni, September, Dezember. Dabei überprüft er vor allem die Zusammensetzung der übrigen Indizes.

Fakt 9

Der Dax wird auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr sekündlich berechnet. Danach gibt es einen L-Dax, der die Kursentwicklung an der bis 20.00 Uhr offenen Parkettbörse abbildet.

"Wir mussten am Schluss Investoren, die bis zu fünf Prozent zeichnen wollten, leider ablehnen", sagte der Chef der RAG-Stiftung, Werner Müller. Die Stiftung hält nach dem Börsengang noch 68 Prozent, der Finanzinvestor CVC rund 18 Prozent. Beide Großaktionäre wollen ihre Beteiligungen weiter abbauen. "Laut Stiftungssatzung haben wir den klaren Auftrag, den Anteil an Evonik weiter abzuschmelzen, bis auf maximal 25,1 Prozent", sagte Müller. "Dafür haben wir viel Zeit." Vorstandschef Engel sagte, Ziel von Evonik sei zunächst der Einzug in den Nebenwerteindex MDax. Mittelfristig gilt der Konzern aber als Dax-Kandidat.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×