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30.05.2011

14:49 Uhr

Börsengänge

In Hongkong stehen die Großen Schlange

VonFinn Mayer-Kuckuk

Firmen aus Europa und Amerika zieht es an den Börsenplatz Hongkong, weil sie mit hoher Nachfrage für die Papiere rechnen können. Unter ihnen sind einige glamouröse Unternehmen.

Skyline von Hongkong: Der Börsenplatz wird voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder die meisten und größten Neuemissionen zeichnen. Quelle: dpa

Skyline von Hongkong: Der Börsenplatz wird voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder die meisten und größten Neuemissionen zeichnen.

HongkongWer in Hersteller von Taschen und Koffern investieren will, muss die Aktien demnächst in Hongkong ordern. Sowohl das Mailänder Luxusunternehmen Prada als auch der US-Kofferanbieter Samsonite planen hier in den kommenden Wochen Börsengänge. Sie sollen insgesamt knapp drei Milliarden Euro einspielen.

Die Unternehmen aus dem fernen Europa und Amerika zieht es für die Ausgabe der Anteilsscheine nach Asien, weil sie in Fernost weiterhin mit hoher Nachfrage für die Papiere rechnen können - und weil sie in der Wachstumsregion expandieren und damit ihre Kapitalposition vor Ort stärken wollen. "Für ortsfremde Emittenten bieten sich weiterhin sehr gute Möglichkeiten", sagt Will Lee, Chef der Kapitalmarktsparte der Deutschen Bank in Hongkong.

Die südchinesische Finanzoase wird voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder der Börsenplatz mit den meisten und größten Neuemissionen sein. Weltweit ist wegen der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken viel Liquidität unterwegs, und die Börsen im boomenden Asien bieten weiterhin vergleichsweise gute Renditeaussichten. "Das IPO-Volumen sieht in diesem Jahr deutlich größer aus als anfangs erwartet", sagt Lee. In Hongkong strömt Kapital aus allen Richtungen zusammen: Internationale Investoren legen ihr Geld hier an, doch die einheimischen Häuser mischen kräftig mit. Auch Anleger aus der Volksrepublik engagieren sich zunehmend.

Die Deutsche Bank rechnet für 2011 mit einem Gesamtvolumen der Hongkonger Börsengänge zwischen 30 und 40 Milliarden US-Dollar, das sind rund 25 Milliarden Euro. Die Unternehmensberatung Ernst & Young schätzt den Wert auf 400 Milliarden Honkong-Dollar, ungefähr 35 Milliarden Euro. Das entspricht dem Ergebnis des Vorjahres.

Demnächst kommen außer Prada und Samsonite noch weitere glamouröse Aktien neu an den Markt: Der Kasinobetreiber MGM China will ebenfalls eine runde Milliarde Euro einsammeln. In der zweiten Jahreshälfte ist die Juwelierkette Chow Tai Fook an der Reihe, die über 1,5 Milliarden Euro erlösen will. Dazu kommen weitere Modemarken wie der US-Taschenhersteller Coach oder der Fashion-Händler Milan Station.

Auch die Rohstoffbranche ist üppig vertreten. Börsenneuling Glencore hat gestern nach der Hauptemission in London eine zweite Tranche in Hongkong platziert. Der australische Minenbetreiber Resourcehouse informiert seit einigen Tagen Investoren über seinen geplanten IPO und hofft auf Einnahmen in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar. Der chinesische Windkrafthersteller Huaneng Renewables zielt ebenfalls auf einen Milliardenbetrag an der Börse Hongkong.

Damit setzt sich ein bisher schon guter Jahrestrend fort. Vorige Woche war mit Shanghai Pharmaceutical der größte Arzneimittelhändler Chinas auf den Markt gekommen. Dieser bisher größte Börsengang des Jahres hat zwei Milliarden Dollar eingespielt.

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