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19.01.2007

06:45 Uhr

Börsengänge

Jahrgang mit Prädikat

VonHauke Reimer
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Bei welchen Banken es sich lohnt, neue Aktien zu zeichnen, und worauf Anleger bei den für 2007 geplanten Börsengängen achten sollten.

Stahlhändler Klöckner & Co.: Lukrativsten Börsengang des Jahres hingelegt.

Stahlhändler Klöckner & Co.: Lukrativsten Börsengang des Jahres hingelegt.

Privatanleger hatten beim Börsengang (IPO) des Duftstoffherstellers Symrise ein besseres Näschen als die Profis in Frankfurt. "Die Nachfrage war so gut, dass wir jede siebte Aktie Privaten zuteilen konnten", sagt Hermann Prelle, Deutschland-Chef des Investmentbankings der UBS, die Symrise zusammen mit der Deutschen Bank an die Börse brachte. Zeichnen lohnte sich: Privatanleger freuten sich innerhalb von drei Wochen über 15 Prozent Kursplus. Deutsche Investmentfonds dagegen waren, mit Ausnahme der Frankfurter Union Investment, an Symrise nicht interessiert. Der Löwenanteil der Aktien ging deshalb an ausländische Investoren. "Das größte deutsche IPO des Jahres fand leider praktisch ohne deutsche Fonds statt", so Prelle.

Private verstanden die Börsen-Story des von der WirtschaftsWoche zur Zeichnung empfohlenen Unternehmens besser als viele Profis.

Und sie trauten wohl auch den Banken, die Symrise an die Börse brachten.

UBS und Deutsche Bank hatten zuvor mit dem Stahlhändler Klöckner & Co. schon die am besten gelaufene Neuemission des Jahres betreut. Und bei Wacker Chemie, dem zweitgrößten IPO 2006, hatte UBS zusammen mit Morgan Stanley Aktien für knapp eine Viertelmilliarde Euro an Privatanleger verteilt. Mitte Dezember lagen Wacker-Aktien 26 Prozent über dem Startpreis. Wer bereits Mitte Mai verkaufte, realisierte gar 50 Prozent Kursgewinn.

In der seit 1999 jährlich berechneten Emissionsbanken-Rangliste der WirtschaftsWoche brachten Klöckner und Wacker den Banken die meisten Punkte. Wichtig für die Rangliste ist, für wie viel Millionen Euro Aktien bei einem Börsengang platziert wurden, wie sich die Papiere seit dem Börsenstart entwickelten, wie hoch ein möglicher Zeichnungsgewinn oder-verlust war und wie viele Aktien bei Privatanlegern untergebracht wurden.

Die Punkte aus dem Wacker-Börsengang trugen maßgeblich dazu bei, dass Prelle und seine UBS-Investmentbanker Vorjahressiegerin Deutsche Bank vom Thron stießen.

In der Rangliste fällt die gute Platzierung der besonders in London gut verdrahteten Investmentbanken angelsächsischer Prägung auf. Sie bekommen ihre Mandate vor allem von den ebenfalls international operierenden Private-Equity-Gruppen. "Man kann ein deutsches IPO heute ohne deutsche Investoren machen", erklärt Andreas Bernstorff, Chef des Deutschland-Aktiengeschäfts von Dresdner Kleinwort, "aber an London kommt keiner vorbei."

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