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27.06.2013

17:33 Uhr

Börsengänge

Marktturbulenzen setzen Kion zu

Gabelstaplerhersteller Kion wird bei seinem Börsengang von den nervösen Märkten bestraft und notiert am unteren Ende der Preisspanne. Der zweite Börsenkandidat, Deutsche Annington, hofft auf ausländische Investoren.

Gordon Riske: Der Kion-Chef will das Geld aus der Emission für den Schuldenabbau benutzen. dpa

Gordon Riske: Der Kion-Chef will das Geld aus der Emission für den Schuldenabbau benutzen.

FrankfurtDie millionenschweren Börsengänge von Kion und Deutsche Annington geraten in den Sog der nervösen Kapitalmärkte. Wegen der Börsen-Turbulenzen kann Kion seine Aktien nur zu 24 Euro und damit am unteren Ende der Preisspanne verkaufen. Europas größter Gabelstaplerhersteller feiert am Freitag sein Debüt an der Frankfurter Börse – am Mittwoch soll Deutsche Annington folgen.

Auch der größte deutsche Wohnungskonzern mit Sitz in Bochum muss mit einem Preis am unteren Ende der Spanne rechnen, die von 18 bis 21 Euro reicht. Angelsächsische Großanleger sollen hier das zurückhaltende Interesse deutscher Investoren wettmachen, die die Diskussion um mehr Regulierung auf dem deutschen Mietmarkt verunsichert hat.

„Gemessen an den hohen Erwartungen, die an Kion gerichtet wurden, ist der Platzierungspreis von 24 Euro schon enttäuschend“, sagte ein Händler am Donnerstag. Andere merkten an, der Plan hätte wegen der zittrigen Börsen auch ganz scheitern können. Seit Kion und Annington ihre Börsenpläne bekannt gemacht hatten, ist der Dax um rund zehn Prozent eingebrochen. Zudem stiegen die Schwankungen an den Aktienmärkten aus Furcht vor einer strafferen Geldpolitik in den USA und einer Finanzkrise in China auf den höchsten Stand seit einem Dreivierteljahr - Volatilität ist Gift für Börsengänge. „Doch seit drei Tagen hat sich das wieder etwas stabilisiert“, atmet ein Banker auf. „Es ist schon einmal gut, dass es Kion an die Börse geschafft hat.“

Dem Wiesbadener Unternehmen fließen aus der Aktienemission netto 732,5 Millionen Euro zu, die Kion-Chef Gordon Riske zum Abbau von Schulden nutzen will. 328 Millionen Euro zahlt Weichai Power, der seine Beteiligung an dem Gabelstapler-Hersteller damit auf 30 von 25 Prozent aufstockt. Beim Einstieg Anfang des Jahres hatten sie noch mehr als 29 Euro je Anteil gezahlt, jetzt kommen sie mit 24 Euro billiger weg.

Die Alteigentümer KKR und Goldman Sachs geben nur 2,58 Millionen Aktien als Platzierunsgsreserve ab, sie bleiben mit 50 Prozent beteiligt. Der Streubesitz liegt bei 20 Prozent. Damit dürfte Kion Mühe haben, auf Anhieb in den Nebenwerteindex MDax zu kommen. An der Börse wird das Unternehmen mit 2,37 Milliarden Euro bewertet.

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