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08.10.2012

13:36 Uhr

Börsengänge

Zahl der Neuemissionen wird künftig steigen

Einer Studie zufolge wird sich das Umfeld für Börsengänge künftig verbessern. Die Wirtschaftsprüfer von PwC rechnen für 2013 mit steigenden Neuemissionen. Deutschland liegt bei Börsengängen derzeit auf Platz drei.

In den letzten drei Monaten gab es fünf deutsche Neuemissionen. dapd

In den letzten drei Monaten gab es fünf deutsche Neuemissionen.

Nach einer jahrelangen Flaute können sich Aktienanleger in den kommenden Monaten auf zahlreiche Börsengänge einstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Studie der Wirtschaftsprüfungsfirma PwC. „Steigende Aktienkurse und die sinkende Volatilität an den Börsen signalisieren ein gutes Umfeld“, sagte PwC-Experte Christoph Gruss. Sollten die derzeit bereits geplanten IPOs (Initial Public Offerings) erfolgreich verlaufen, „dürfte Zahl und Volumen der Neuemissionen 2013 weiter steigen“.

Im abgelaufenen Quartal wurden europaweit bei 57 Börsengängen Aktien im Volumen von 4,4 Milliarden Euro verkauft, hieß es in der PwC-Studie „IPO Watch Europe“. Im Vorquartal habe dieser Wert lediglich bei 726 Millionen Euro gelegen. Ein Großteil des Emissionsvolumens entfiel allerdings auf den IPO der russischen Sberbank an der Londoner Börse, der mehr als vier Milliarden Euro einbrachte.

In Deutschland erschienen in den vergangenen drei Monaten fünf neue Namen auf den Kurszetteln. Zusammengerechnet kamen die IPOs auf ein Volumen von 26 Millionen Euro. Damit liegt die Deutsche Börse bei der Anzahl der Börsengänge im europäischen Vergleich auf Platz drei hinter Warschau (26 Emissionen) und London (17 Emissionen).

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

In den USA summierte sich das Volumen der Börsengänge der Studie zufolge auf umgerechnet 5,2 Milliarden Euro. Auch hier sei mit einer weiteren Erholung des Geschäfts zu rechnen. „In Hongkong läuft das IPO-Geschäft dagegen schleppend“, betonten die PwC-Experten. In China seien keine großen Börsengänge zu erwarten. „Die Hongkonger Börse droht weltweit ihre führende Rolle bei Neuemissionen zu verlieren.“

Die deutsche IPO-Bilanz für das vierte Quartal verbessert sich allein schon durch den Versicherer Talanx, dessen Emissionsvolumen bei 517 Millionen Euro lag. Außerdem steht der Mobilfunk-Anbieter O2 in den Startlöchern. Die spanische Muttergesellschaft Telefonica will mit dem Verkauf von bis zu 20 Prozent der Anteile einen Milliardenbetrag einnehmen. Aber auch kleinere Unternehmen wagen sich vor: So plant der Straßenleuchten-Hersteller Hess seine Erstnotiz für den 19. Oktober. Hier liegt das angepeilte Emissionsvolumen bei maximal 60,8 Millionen Euro. Der Schweizer auf Luxusimmobilien-Entwickler Peach Property kündigte am Montag an, ihre deutsche Tochter ebenfalls an die Frankfurter Börse bringen.

Von

rtr

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