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14.02.2017

15:45 Uhr

Börsengang

Anlegerschützer warnen vor Snapchat-IPO

VonSusanne Schier

Der Betreiber der Foto-App will an die New Yorker Börse. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sieht Parallelen zu einem Börsengang, bei dem Anleger deutliche Verluste eingefahren haben.

Der Betreiber der Foto-App will an die Börse - Anlegerschützer warnen vor den Risiken. Reuters, Sascha Rheker

Snapchat-Logo

Der Betreiber der Foto-App will an die Börse - Anlegerschützer warnen vor den Risiken.

Für viele Smartphone-Nutzer ist Snapchat ein Muss. Mit der Foto-App können Nachrichten verschickt werden, die sich kurz darauf selbst zerstören. Vor allem Jugendliche haben großen Spaß daran, sich jede Menge lustige Bilder zu senden.

„Unsere Produkte ermöglichen es den Menschen, sich auszudrücken, den Moment zu leben, über die Welt zu lernen und zusammen Spaß zu haben“, wirbt der Betreiber der App. Nun will Snap an die New Yorker Börse gehen. Bei einer ersten Aktienplatzierung sollen umgerechnet etwa 2,8 Milliarden Euro zusammenkommen. Doch Anlegerschützer warnen.

Snapchat in Zahlen

Was ist Snapchat?

Snapchat gilt als soziales Netzwerk der Stunde. Zwar sind die Nutzerzahlen im Vergleich etwa zu Facebook, Twitter und Instagram weitaus geringer, aber besonders viele junge Leute nutzen die App*

*Zahlen nach Angaben von Snapchat

Anzahl der Nutzer

Rund 150 Millionen Nutzer sind täglich aktiv.

Videos

10 Milliarden Videos sind täglich auf Snapchat zu sehen

Alter der Nutzer

Fast 90 Prozent aller Nutzer sind jünger als 35 Jahre

Ü25

60 Prozent sind jünger als 25

Heimatmarkt USA

60 Prozent der US-amerikanischen Smartphone-Nutzer zwischen 13 und 34 sind auf Snapchat

„Wir sehen diesen Börsengang durchaus skeptisch. Neben der sehr hohen Bewertung des Unternehmens von rund 21,5 Milliarden Euro, kommt hinzu, dass wohl nur stimmrechtslose Aktien an den Markt kommen werden“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). „Die Neuaktionäre dürfen zwar ihr Geld geben, Einfluss sollen sie aber nicht bekommen.“ Auch nach dem Börsengang werden der Gründer und Chef Evan Spiegel sowie der Technologie-Vorstand Robert Murphy praktisch das alleinige Sagen haben.

Seine Kritik begründet Tüngler mit einem Vergleich: Der im Deutschen Aktienindex (Dax) notierte Markenartikler Beiersdorf wird aktuell mit knapp 21 Milliarden Euro bewertet. Das Unternehmen setzte 2016 etwa 6,7 Milliarden Euro um und erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern von knapp 970 Millionen Euro.

Snapchat wiederum wies für das Geschäftsjahr 2016 bei einem Umsatz von umgerechnet gut 375 Millionen Euro einen Verlust von mehr als 480 Millionen Euro aus. Die Bewertung des Snap-Konzerns entspräche damit dem 57-fachen des Umsatzes, während Beiersdorf nur auf das Dreifache kommt.

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