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07.05.2014

00:42 Uhr

Börsengang beantragt

Alibaba greift nach den Sternen

VonAxel Postinett

Der chinesische Internet-Gigant Alibaba hat die Unterlagen für den Börsengang eingereicht. Im Sommer könnte der größte Internet-Börsengang der Geschichte anstehen. Das Unternehmen ist größer als Amazon und Ebay zusammen.

Chinesischer Onlinehandels-Riese

Alibaba will an die Börse

Chinesischer Onlinehandels-Riese: Alibaba will an die Börse

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New YorkDer chinesische Internetkonzern Alibaba.com beantragt in den USA einen Börsengang im Volumen von einer Milliarde Dollar. Das wäre der größte Börsengang seit Twitter (1,8 Milliarden Dollar), aber nicht der größte überhaupt. Die Summe ist jedoch nur ein Schätzwert, um die Gebühren für den Börsengang zu berechnen. Zahl und Preis der zum Verkauf stehenden Aktien werden noch geheim gehalten.

Doch das Dienstag vorgelegte Zahlenmaterial legt nahe: Da kommt ein Gigant. Mit 80 Prozent Marktanteil im größten und schnellst wachsenden Internet-Markt der Welt besitzt Alibaba bereits eine monopolartige Stellung im E-Commerce. Beobachter sind sich sicher: Der tatsächliche Börsengang wird zwischen 16 und 20 Milliarden Dollar liegen und damit höchstwahrscheinlich Facebooks Debüt an der Börse schlagen. Im Mai 2012 hatte das US-Unternehmen mit 16 Milliarden Dollar als größter High-Tech-Börsengang Geschichte geschrieben.

Das 1999 gegründete Alibaba ist eine Ansammlung verschiedener Einzelseiten für E-Commerce und E-Payment. Neben Alibaba.com sind das Taobao Mall und Taobao Marketplace. Die drei Seiten sorgen für 83 Prozent des Umsatzes. Alipay sorgt für das Bezahlsystem und hat 2013 alleine Geschäft im Wert von 519 Milliarden Dollar abgewickelt. Im Grunde ist das chinesische Internet-Konglomerat also eine zusammengeschmolzene Version von Amazon, Ebay und Paypal in einem.

Der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die vergangenes Jahr insgesamt über die Plattformen gehandelt wurden, überschreitet 248 Milliarden Dollar - das ist mehr als über Amazon und Ebay zusammengenommen verkauft wurden. Das klingt zuerst einmal gigantisch: Alibaba als die Essenz der besten Webfirmen der Welt.

In der Tat war Bescheidenheit nie eine Zier bei Jack Ma, dem Hauptgründer von Alibaba. „Bereits 2015 hoffen wir mit Alibaba Walmart als den größten Einzelhändler im E-Commerce abzulösen“, erklärte Ma im vergangenen Jahr. Und die nun vorgelegten Zahlen unterstreichen diese Ambitionen. Der Weltumsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres liegt bei 6,5 Milliarden Dollar, davon 5,5 Milliarden aus China. Das sind knapp 70 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Der Nettogewinn erreichte in den neun Monaten 2,8 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Vorjahr. Im Schlussquartal 2013 kamen 20 Prozent aller Umsätze über Mobilgeräte. Dieser Wert dürfte stark ausbaufähig sein, schließlich ist China längst der größte Mobilfunkmarkt der Welt und führt auch bei den Smartphones. 136 Millionen der mehr als 231 aktiven Käufer Alibabas nutzen Ende 2013 ihre Smartphones oder Tablets.

Der Prospekt gibt auch einen Einblick in das 2009 gegründete Cloud-Computing-Geschäft. Es ist erst 90 Millionen Dollar groß, aber so wie Amazon in den USA investiert Ma, der noch 8,9 Prozent der Aktien hält, konsequent in diesen Zukunftsmarkt.

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