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03.05.2012

04:32 Uhr

Börsengang

Carlyle muss Abstriche machen

Finanzinvestoren haben bei eigenen Börsengängen wenig Glück. So führte auch der Börsenstart der US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle zu Ernüchterung: Das Unternehmen nahm deutlich weniger ein als geplant.

Carlyle-Mitbegründer David Rubenstein wird vom Börsengang enttäuscht. Reuters

Carlyle-Mitbegründer David Rubenstein wird vom Börsengang enttäuscht.

New YorkDer Börsengang der US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle ist eher enttäuschend verlaufen. Der Finanzinvestor machte den Anlegern Zugeständnisse und nimmt bei seiner Erstemission mit 671 Millionen Dollar weniger ein als geplant.

Carlyle gab den Angaben vom Mittwoch zufolge seine Aktien für 22 Dollar pro Stück aus. Angepeilt waren 23 bis 25 Dollar. Carlyle ist nun an der Börse 6,7 Milliarden Dollar und damit weniger als halb so viel wert wie der Rivale Blackstone. Im Herbst 2007 - vor Ausbruch der Finanzkrise - war Carlyle auf 20 Milliarden Dollar taxiert worden.

Carlyle verwaltet ein Vermögen von etwa 147 Milliarden Dollar. Mit den jetzt erzielten Einnahmen will das Unternehmen unter anderem Schulden zurückzahlen und neue Zukäufe finanzieren.

Die drei Firmengründer William Conway, Daniel D'Aniello und David Rubenstein verkauften bei dem Börsengang keine eigenen Papiere. Neben den Gründern sind bisher die arabische Investmentfirma Mubadala aus Abu Dhabi und die kalifornischen Pensionsfonds-Gesellschaft Calpers die größten Investoren.

An der Börse sind Finanzinvestoren bislang zumeist keine Erfolgs-Geschichte. Branchenprimus Blackstone hat seit seinem Börsengang 2007 rund 56 Prozent seines Wertes verloren, der Rivale Apollo 32 Prozent. Bei den klassischen Private-Equity-Investoren wächst die Furcht, dass der kurzfristige Börsen-Erfolg statt langfristige Renditen im Vordergrund stehen.

Der Börsengang des auf Immobilien und Problem-Kredite spezialisierten Investors Oaktree im April an der New Yorker Nyse war vielfach als Generalprobe für Carlyle erachtet worden. Es verlief enttäuschend: Oaktree schlug selbst am unteren Ende der Preisspanne weniger Aktien los als geplant. Seitdem ist der Kurs um sechs Prozent gefallen.

An die Börse begleitet wurde Carlyle unter anderem vom JP Morgan, Citigroup, Credit Suisse und Merrill Lynch.

Von

rtr

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