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11.05.2012

15:51 Uhr

Börsengang

Facebook-Aktie gefällt den Investoren

Die Facebook-Aktie scheint bei den Investoren gut anzukommen. Eine Woche vor dem geplanten Börsengang sind die Anteile bereits überzeichnet - trotz hartnäckiger Zweifel am Geschäftsmodell des sozialen Netzwerks.

Für Facebook wird ein Wert von 96 Milliarden Dollar veranschlagt - fast 100 Mal so viel wie der vergangene Jahresgewinn. AFP

Für Facebook wird ein Wert von 96 Milliarden Dollar veranschlagt - fast 100 Mal so viel wie der vergangene Jahresgewinn.

San FranciscoVor dem mit großer Spannung erwarteten Facebook-Börsengang zeichnet sich Branchenvertretern zufolge ein reges Interesse von Investoren ab. Eine Woche vor dem voraussichtlichen Starttermin hätten Anleger bereits eine größere Nachfrage signalisiert, als Aktien zur Verfügung stünden, sagte eine mit dem Vorhaben vertraute Person. Die milliardenschwere Erstemission (IPO) des weltgrößten sozialen Netzwerks sei bereits überzeichnet. Im Wochenverlauf habe ein institutioneller Großinvestor trotz der Zweifel am Wachstum des Internet-Treffpunkts eine Mega-Order platziert, sagte eine zweite Person, die die Fortschritte des Börsengangs beurteilen kann. Am Montag hat Firmenchef Mark Zuckerberg eine Werbetour bei Investoren (Roadshow) gestartet. Das US-Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren.

Fragen & Antworten zum Börsengang von Facebook

Was ändert sich für Facebook-Nutzer?

Zunächst überhaupt nichts. Allerdings steht Facebook bei der künftigen Veröffentlichung von Quartalszahlen unter dem Druck, Umsatz und Gewinn kontinuierlich zu steigern. Deswegen erwarten Fachleute, dass die Werbung auf Facebook weiter ausgebaut und auch bei der mobilen Nutzung eingeführt wird. Die Werbung von Facebook könnte auch aggressiver werden, um die Klickrate zu erhöhen, die für den Preis der Werbung maßgeblich ist.

Wann wird die Facebook-Aktie zum ersten Mal an der Börse gehandelt?

Ein genauer Termin steht bislang ebenso wenig fest wie der Ausgabepreis. Experten rechnen für Mai oder Juni mit dem Börsengang. Derzeit steht aber noch nicht einmal fest, ob Facebook an der Technologie-Börse Nasdaq oder an der traditionelleren New York Stock Exchange (NYSE) gelistet wird. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge soll es die Nasdaq werden.

Ist der Firmenwert von Facebook nicht viel zu hoch angesetzt?

Der Jahresgewinn von einer Milliarde Dollar im Jahr 2011 bei Facebook rechtfertigt eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar eigentlich nicht. Zum Vergleich: Apple hat allein im jüngsten Quartal in jeder Woche eine Milliarde verdient und kommt dabei auf einen Börsenwert von 425 Milliarden Dollar. Google hat im gesamten Jahr 2011 rund zehn Milliarden erwirtschaftet und kommt „nur“ auf eine Bewertung von 188 Milliarden Dollar. Die Investoren orientieren sich aber vor allem an den Wachstumsaussichten. Und die werden für Facebook derzeit offenbar besser eingeschätzt als bei etablierten Unternehmen.

Wie kann man Facebook-Aktien kaufen?

Sobald die Details für den Börsengang - insbesondere Datum und Ausgabepreis - feststehen, können Interessenten zu ihrer Bank gehen und danach fragen. Die Bank wird dann die erforderlichen Unterlagen zur Zeichnung besorgen.

Was ist vor einer Kaufentscheidung zu beachten?

„Nur weil es hip ist, sollte niemand versuchen, Facebook-Aktien zu kaufen“, sagt Aktienmarktstratege Thilo Müller vom MB Fund Advisory. Entscheidungshilfen mit konkreten Daten sind der jetzt veröffentlichte Börsenprospekt und Einschätzungen in der Finanzfachpresse. In den Kaufpreis gehen voraussichtlich auch die Erwartungen zum weiteren Wachstum von Facebook ein. Erfüllen sich diese nicht, muss man als Anleger mit sinkenden Kursen rechnen. Dies war auch bei mehreren Börseneinführungen von Internet-Unternehmen im vergangenen Jahr der Fall, etwa beim Musik-Streaming-Dienst Pandora.

Verliert Mark Zuckerberg nun die Kontrolle über Facebook?

Nein, der Facebook-Gründer hat auch künftig das Sagen. Er hält Aktien der Klasse B, die mit jeweils zehn Stimmen verknüpft sind, während normale Anleger mit ihren Aktien der Klasse A nur einfaches Stimmrecht haben. Außerdem haben viele Anteilseigner ihre Stimmrechte an Zuckerberg übertragen, so dass er auf 57 Prozent aller Stimmrechte kommt.

Facebook will bei seinem Sprung aufs Parkett alle bisherigen Technologie-Börsengänge in den USA deklassieren. Der Online-Treffpunkt könnte laut eigenem Prospekt Aktien für bis zu 13,6 Milliarden Dollar losschlagen. Dagegen verblasst selbst die Premiere des Internet-Giganten Google, der 2004 „nur“ 1,7 Milliarden Dollar erlöste. Gelingt Facebook dieser Paukenschlag, wäre das erst acht Jahre alte Unternehmen mit knapp 100 Milliarden Dollar insgesamt fast genau so viel wert wie der Online-Handelsriese Amazon. Die Preisspanne für Facebook-Aktien beträgt 28 bis 35 Dollar. Weil die Besitzer - allen voran Gründer Zuckerberg - nur einen Bruchteil ihrer Anteile verkaufen, würde sich der gesamte Firmenwert auf 77 bis 96 Milliarden Dollar belaufen.

Diese astronomische Bewertung bleibt unter Finanzprofis höchst umstritten, weil sich die Geister an der entscheidenden Frage scheiden: Hat Facebook das größte Wachstum noch vor sich oder sind seine besten Zeiten bereits vorüber? Bei Google stellte sich heraus, dass ersteres der Fall war - Deshalb ist der Konzern heute auch 200 Milliarden Dollar wert. Branchenprimus Apple bringt es dank iPhone und iPad sogar auf 550 Milliarden Dollar. Ein abschreckendes Beispiel liefert dagegen Groupon: Seit dem Börsengang im November hat sich der Aktienkurs des Schnäppchenportals in etwa halbiert. Auch das Platzen der Internetblase vor gut zehn Jahren hat viel Skepsis hinterlassen.

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Das Wachstum schwächelt, das Geschäftsmodell unklar - Zuckerberg rührt die Werbetrommel.

Experten gingen wegen des Rummels um Facebook davon aus, dass sich die Investoren um die Papiere des Online-Treffpunktes mit mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern reißen würden. Trotzdem nagen weiterhin die Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. Erst Ende April gab Facebook mit dem ersten Umsatzrückgang zum Vorquartal seit mindestens zwei Jahren zu Denken. Facebook kämpft gegen Google um die wertvolle Zeit der Internetnutzer, die sich wiederum bei Werbekunden in bares Geld verwandeln lässt.

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Von

rtr

Kommentare (1)

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Adolar

11.05.2012, 09:43 Uhr

Jeder versenkt eben sein Geld so gut er kann. Die neue globale Volksaktie - Dt. Telekom lässt größen.

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