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21.05.2012

11:47 Uhr

Börsengang

Facebook-Aktien zeitweise unter Ausgabepreis

Facebook-Aktien sind am am Montag in Frankfurt zeitweise unter den deutschen Ausgabepreise gerutscht. Marktexperten gehen davon aus, dass auch die Kursstützung durch Morgan Stanley nicht endlos sein wird.

Facebooks Börsengang floppte bisher. dpa

Facebooks Börsengang floppte bisher.

FrankfurtNach dem enttäuschenden Marktdebüt muss sich Facebook nun im harten Börsenalltag behaupten. Im Frankfurter Handel verloren die Aktien des weltweit größten sozialen Internet-Netzwerks am Montagvormittag zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent auf nur noch 29,74 Euro. Umgerechnet notierten sie damit unter dem Niveau ihres Schlusskurses am ersten Handelstag an der US-Technologiebörse Nasdaq. Dort waren sie am Freitag mit 38,23 Dollar nicht weit über dem Ausgabepreis von 38 Dollar aus der Sitzung gegangen. Marktteilnehmern zufolge verhinderte die Bank Morgan Stanley, die die Erstemission (IPO) führend begleitete, mit massiven Stützungskäufen, dass die Titel im Minus schlossen.

Börsianer waren bereits davon ausgegangen, dass die Facebook-Papiere unter den Emissionspreis rutschen würden, sobald der Konsortialführer die Schützenhilfe beendet. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie unter 38 Dollar fallen, besonders wenn sich das gesamte Marktumfeld verschlechtert", sagte Mohannad Aama von Beam Capital Management in New York. "Morgan Stanley wird den Kurs von 38 Dollar weiter verteidigen, aber diese Unterstützung ist nicht endlos."

Überschattet wurde das Handelsdebüt von technischen Pannen. Investoren und Broker blieben stundenlang im Unklaren über den Stand ihrer Kauf- und Verkaufsaufträge. Nach Einschätzung von Investoren trug dies dazu bei, dass das Interesse an den Anteilsscheinen nicht so überschäumend ausfiel wie zunächst erwartet. Analysten verwiesen zudem auf das hohe Emissionsvolumen sowie auf Zweifel am Geschäftsmodell. Einige Marktexperten hatten Aufschläge von 50 Prozent bei dem weltgrößten Börsengang eines Internet-Unternehmens vorhergesagt.

Fakten aus dem Facebook Börsenprospekt

Volumen des Börsengangs

Zunächst 5 Milliarden US-Dollar, könnte aber noch erhöht werden

Betreuung

Begleitet wird der Börsengang unter der Leitung von Morgan Stanley. Mit im Team sind JPMorgan, Goldman Sachs und Bank of America/Merril Lynch.

Der „Zuckerberg-Faktor“

Unter den Risikofaktoren für Investoren nennt Facebook unter anderem den Weggang von Mark Zuckerberg.

Kürzel

Das Börsenkürzel für Facebook soll „FB“ werden. Das wird aber erst feststehen, wenn klar ist wo das Papier gehandelt wird.

Umsätze

3,7 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr

Anteilsverhältnisse

Mark Zuckerberg hält an Facebook 28 Prozent. Das Management insgesamt 70 Prozent. Der Rest ist in den Händen von Finanzinvestoren.

Monatlich aktive Nutzer

845 Millionen beträgt die Zahl vom 31. Dezember 2011. Genau ein Jahr zuvor waren es noch 608 Millionen User.

Likes und Kommentare

Durchschnittlich 2,7 Milliarden pro Tag im letzten Quartal 2011

Foto-Uploads pro Tag

250 Millionen

Geschlossene Freundschaften

100 Milliarden

Gebändigter Zuckerberg

Auf Seite 28 des Prospekts werden die Aktionäre beruhigt, denen das Naturell Zuckerbergs - „Ich bin der Chef, Arschloch“ - aufstoßen könnte: „Als Verwaltungsratsmitglied steht Mr. Zuckerberg in der treuhänderischen Pflicht gegenüber unseren Aktionäre [und wird] nach gutem Gewissen und in einer Art und Weise handeln, (...) wie es im besten Sinne der Aktionäre ist.“

Die US-Börsenaufsicht leitete nach Handelsschluss eine Untersuchung der Vorgänge ein. Laut "Wall Street Journal" kündigte Nasdaq-Chef Robert Greifeld eine Überarbeitung der IPO-Systeme an. Er räumte demnach in einer Telefonkonferenz Probleme beim Abwickeln von Aktien-Orders ein. Greifeld habe allerdings deutlich gemacht, dass es vor dem spektakulären Börsengang intensive Tests gegeben habe, ohne dass das Problem aufgetreten sei.

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Von

rtr

Kommentare (13)

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Wood_Wood

21.05.2012, 09:54 Uhr

...steckt ja auch absolut nichts dahinter! Der Börsengang nutzt auch nur den Eigentümern sonst niemanden....man sollte sich mal Gedanken darüber machen, was Facebook eigentlich ist....eine riesige Quasselbude...keiner, der das Netzwerk nutzt interessiert sich auch nur ein Zipfel mehr dafür als dass was es ist...kommerzieller Wert: 0 !

alanz

21.05.2012, 10:05 Uhr

Das ist aber doch eher ein sinnloser Bericht oder ?
Denn 30,14€ sind doch gut 38,15$.

Sollte man sich denn nicht eher auf eine gehaltvolle Berichterstattung konzentrieren ?

Bmehrens

21.05.2012, 10:09 Uhr

AN Wood_Wood: GENAU - scheint eine Art Deutscher Bundestag zu sein.

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