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15.05.2012

06:50 Uhr

Börsengang

Facebook verlangt höhere Preise

VonAxel Postinett

Der Börsengang löst Goldgräberstimmung in Kalifornien aus. Die Aktie soll bereits überzeichnet sein. Damit könnten die Bücher heute geschlossen werden. US-Medien berichten, dass das Netzwerk die Preisspanne erhöht.

Ein indischer T-Shirt-Verkäufer preist seine Ware an. AFP

Ein indischer T-Shirt-Verkäufer preist seine Ware an.

New YorkDer Börsenwahnsinn nimmt kein Ende. Die aufgeheizte Stimmung an den Finanzmärkten ermöglicht es dem Börsenkandidat Facebook offenbar, seinen ohnehin bereits luftig kalkulierten Ausgabepreise für seine Aktien vor Toresschluss signifikant anzuheben. Lag die Preisspanne am Montag noch bei 28 bis 35 Dollar pro Aktie, sollen es nach Informationen von CNBC und Bloomberg nun 34 bis 38 Dollar werden.

Die Anhebung könnte schon am Dienstag bekanntgegeben werden, heißt es. Grund für den tieferen Griff in die Taschen der Investoren soll eine überwältige Nachfrage nach den 337,4 Millionen Aktien sein, die ausgegeben werden. Da die Emission bereits überzeichnet sei, würden zudem bereits am Dienstag die Orderbücher geschlossen, zwei Tage früher als geplant.

Es herrscht wieder Goldgräberstimmung in Kalifornien. Rationale Bedenken werden beiseite gedrückt, jeder will dabei sein, wenn der bislang größte Börsengang eines Webunternehmens voraussichtlich am Freitag ansteht. „Die werden mit Orders nur so überflutet“, zitiert Bloomberg Jon Merriman, den CEO der Investmentfirma Merriman Holdings in San Francisco. Am oberen Ende der erwarteten neuen Preisspanne wäre das Social Network mit Sitz im kalifornischen Menlo Park dann 104,2 Milliarden Dollar wert und wird mit dem 26-fachen Umsatz des vergangenen Jahres bewertet. Zum Vergleich: Als Microsoft an die Börse kam, lag die Bewertung bei weniger als dem fünffachen Jahresumsatz.

Brian Hamilton, Mitgründer der Analysefirma Sageworks, erklärte entsprechend auf Bloomberg TV, die Facebook-Aktie sei „signifikant überbewertet“. Würde man die gleichen Maßstäbe an Apple anlegen, müsste der derzeitige Top-Verdiener des Silicon Valley statt wie jetzt mit rund 530 Milliarden Dollar an der Börse mit 2,7 Billionen Dollar bewertet werden. Google müsste rund eine Billionen Dollar teuer sein statt 200 Millionen. Und diese 25-fache Umsatzbewertung ist noch die vor der geplanten weiteren Anhebung der Preisspanne.

Liegen die Analysten zudem mit ihren Erwartungen richtig, besteht kurzfristig auch nicht viel Luft für die Aktie, nach dem Börsengang zu steigen. Michael Pachter von Wedbush Securities sieht ein Kursziel von 44 Dollar auf die nächsten zwölf Monate.

Facebook

Bauchschmerzen vor dem Börsengang

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Kommentare (6)

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rolfo

15.05.2012, 02:46 Uhr

Schon wieder Einer mehr im kapitalistischem Amerika, der nur heisse Luft produziert, anstelle einer vernuenftigen Warenproduktion.
Damit reiht er sich in die sinnlosen 70 % Kapitalbewegungen Amerikas ein.

Und was stecken in den 10 Milliarden Dollar fuer Werte?
Keine!!
Kommt eine andere Idee, oder laeuft es sich tod, sind 10 Milliarden futsch, zumindest fuer die Anleger.

Uebrigens hatten wir ja sowas schon mal vor 3 Jahren!!

Account gelöscht!

15.05.2012, 04:47 Uhr

@rolfo:
Die 10Mrd sind nicht futsch - auch im Falle eines Todlaufens. Sie sind nur bei einem anderen - Zuckerberg et al. Da jedoch niemand die baldigen Investoren dazu zwingt, Facebook-Anteile zu kaufen, ist das vollkommen in Ordnung, das ist ganz ihre Sache.
Und übrigens ist auch Europa Teil des kapitalistischen Systems - alles andere würde Anlass zur Besorgnis liefern. Das Problem Europas ist jedoch, dass wir weniger dieser Ideen als die USA haben.

kleinfeldt

15.05.2012, 09:55 Uhr

Die typische Masche, schnell noch Druck machen. Mit Sicherheit ist die Aktie nicht überzeichnet. Man will aber trotzdem auf sein eingeplantes Geld kommen und deswegen wird der Preis angehoben! Mehr steckt da nicht hinter. Deswegen fängt man bei 34 an, kurz vor dem ersten Maximalwert 35. Könnte ja auch schief gehen.

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