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23.10.2015

15:37 Uhr

Börsengang gescheitert

Investoren lassen Pfleiderer abblitzen

Der Holzverarbeiter Pfleiderer war 2012 in die Pleite gerutscht. Nun will das Unternehmen einen Neustart wagen und in Polen an die Börse gehen. Doch die Pläne sind fürs Erste gescheitert.

Die Aktienplatzierung wurde nach dem Ende der Zeichnungsfrist „aufgrund widriger Marktverhältnisse“ abgesagt. dpa

Versuch gescheitert

Die Aktienplatzierung wurde nach dem Ende der Zeichnungsfrist „aufgrund widriger Marktverhältnisse“ abgesagt.

FrankfurtDie Rückkehr des bayerischen Holzverarbeiters Pfleiderer an die Börse ist fürs erste gescheitert. Die Aktienplatzierung, mit der das Unternehmen mit seiner in Warschau börsennotierten Tochter Pfleiderer Grajewo zusammengeführt werden sollte, wurde nach dem Ende der Zeichnungsfrist am Donnerstagabend „aufgrund widriger Marktverhältnisse“ abgesagt, wie Pfleiderer am Freitag mitteilte. Vor allem polnische Investoren seien nicht bereit gewesen, die angebotenen Aktien des Holz-, Faserplatten- und Laminat-Herstellers innerhalb der Preisspanne zu zeichnen, hieß es in Finanzkreisen. Diese hatte mit 27 bis 31 Zloty über dem Kurs der Grajewo-Aktie gelegen.

Pfleiderer Grajewo wollte mit der erhofften Kapitalspritze von 900 Millionen Zloty (210 Millionen Euro) die deutsche Muttergesellschaft übernehmen. Pfleiderer wäre damit wieder als Einheit an der Börse gelistet gewesen – allerdings in Warschau. Die deutsche Pfleiderer AG war 2012 in die Pleite gerutscht und von ihren Gläubigern übernommen worden. Diese wollten sich ihren Einsatz mit der Verschmelzung zurückholen und ihre Beteiligung an der fusionierten Pfleiderer auf unter 50 Prozent abschmelzen lassen. Bisher hält die deutsche Pfleiderer GmbH 65,1 Prozent an der polnischen Tochter. Die Platzierung soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Die größten deutschen Börsengänge seit 2000

Platz 12

Schaeffler

Erstnotiz: 09.10.2015
Branche: Autozulieferer/Industrie
Erwarteter Bruttoerlös: 937,5 Millionen Euro (ursprünglich geplant: 2,5 bis 3 Milliarden Euro)

Platz 11

Scout24

Erstnotiz: 01.10.2015
Branche: Internetdienstleistungen
Erwarteter Bruttoerlös: etwa 1,2 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 1,63 Milliarden Euro)

Platz 10

Rocket Internet

Erstnotiz: 01.10.2014
Branche: Firmenbeteiligungen/Start-up Inkubator
Bruttoerlös: 1,4 Milliarden Euro

Platz 9

Telefonica Deutschland

Erstnotiz: 29.10.2012
Branche: Mobilfunk
Bruttoerlös: 1,45 Milliarden Euro

Platz 8

Deutsche Postbank

Erstnotiz: 22.06.2004
Branche: Finanzdienstleistungen
Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro

Platz 7

Covestro

Erstnotiz: 6. Oktober 2015 (ursprünglich geplant 2. Oktober)
Branche: Kunststoff/Chemie
Erwarteter Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 2,5 Milliarden Euro)

Platz 6

Tognum

Erstnotiz: 30.06.2007
Branche: Autozuliefer/Industrie
Bruttoerlös: 2,01 Milliarden Euro

Platz 5

T-Online

Erstnotiz: 17.04.2000
Branche: Internetdienstleister/Kommunikation
Bruttoerlös: 2,87 Milliarden Euro

Platz 4

Uniper

Erstnotiz: 12.09.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 3,67 Milliarden Euro

Platz 3

Innogy

Erstnotiz: 7.10.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 5 Milliarden Euro

Platz 2

Infineon

Erstnotiz: 13.3.2000
Branche: Halbleiter
Bruttoerlös: 6,07 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Post

Erstnotiz: 19.11.2000
Branche: Logistik
Bruttoerlös: 6,25 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Unternehmen, Reuters

Die wirtschaftliche Integration der beiden Unternehmen soll trotz der Absage weitergehen. Michael Wolf führt Pfleiderer und Pfleiderer Grajewo bereits seit Monaten in Personalunion. Beide Firmen zusammen kommen mit über 3000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von rund 960 Millionen Euro.

Von

rtr

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