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04.05.2011

08:50 Uhr

Börsengang

Glencore will mit Mega-IPO zehn Milliarden einnehmen

Einer der größten Börsengänge Europas steht an: Der weltweit führende Rohstoffhändler Glencore International will bis zu zehn Milliarden Dollar einnehmen. Der Börsenwert soll bei bis zu 60 Milliarden Dollar liegen.

Ein Zinnwerk in Bolivien, das Glencore gehört. Quelle: Reuters

Ein Zinnwerk in Bolivien, das Glencore gehört.

Zürich/HongkongDer weltgrößte Rohstoffhändler Glencore erwartet von seinem Börsengang Einnahmen von rund zehn Milliarden Dollar. Die Preisspanne soll zwischen 480 und 580 Pence liegen, was dem Unternehmen in der Mitte der Spanne einen Börsenwert von insgesamt etwa 61 Milliarden Dollar geben würde. Bezogen auf die mittlere Höhe würde das IPO dem Unternehmen zehn Milliarden Dollar (sechs Milliarden Pfund) einbringen.

Glencore-Aktien sollen in London und Hongkong gelistet werden. Die erste Notierung soll am 19. Mai erfolgen. Fast ein Drittel der neuen Aktien wird von einer Gruppe von Großinvestoren übernommen. Dazu gehören angeblich Staatsfonds aus Abu Dhabi, Vermögensverwalter wie Blackrock und Großbanken wie die Credit Suisse.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

„Wir sind sehr zufrieden mit dem starken Interesse der Investoren an unserem einzigartigen Geschäftsmodel“, sagte Glencore-Chef Ivan Glasenberg. Die Preisspanne unterstreiche das langfristig angelegte Geschäftsmodell. Beobachter vermuten, dass Glencore mit der festgelegten Preisspanne nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um den neuen Aktien noch Aufwärtspotential nach dem Börsengang zu geben.

Glencore will den Boom der Branche nutzen und mit einem der größten Börsengänge Europas seine Kasse füllen. Der bis dato verschwiegene Konzern mit Sitz im steuerbegünstigten Schweizer Kanton Zug will im Mai 15 bis 20 Prozent seiner Anteile an die Börse bringen.

Der Rohstoffriese Glencore im Überblick

Wer ist Glencore?

Glencore ist ein weltweit führender Rohstoffhändler. Zu seinen Konkurrenten zählen White Plains, Noble, Shell, BP, BHP Billiton, Cargill, Louis Dreyfus Group, Vitol, Mercuria und Trafigura.






Wie groß ist Glencore?

Gemessen an seinem Umsatz von 145 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr ist das enorm einflussreiche Unternehmen der größte Konzern der Schweiz – noch vor dem Lebensmittelriesen Nestle, dem Pharmakonzern Novartis und der Großbank UBS. Glencore beschäftigt rund 60.000 Mitarbeiter.

Wie viel verdient Glencore?

Dank der Preisexplosion bei Metallen und Lebensmitteln verdiente der Konzern im vergangenen Jahr netto 3,8 Milliarden Dollar.

Warum geht Glencore an die Börse?

Die milliardenschweren Einnahmen aus dem Börsengang sollen es Glencore ermöglichen, noch stärker vom Rohstoff-Boom zu profitieren.

Was macht Glencore?

Der Konzern mit Sitz im steuerbegünstigten Kanton Zug wurde 1974 von dem Rohstoffhändler Marc Rich gegründet und wurde bislang von 500 Partnern kontrolliert. Zunächst konzentrierte sich Glencore auf den physischen Handel mit Eisen und Nicht-Eisen-Metallen, Mineralien und Erdöl. Später expandierte die Firma mit Öl- und Kohleprodukten in den Energiebereich. Mit einer Akquisition einer Getreide-Firma stieg Glencore in der Folge auch in die Agrarwirtschaft ein.

An welchen Unternehmen ist Glencore beteiligt?

Das Unternehmen hat sich vor allem im Rohstoff-Handel einen Namen gemacht, besitzt aber auch auf der ganzen Welt Bergwerke, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos. Glencore ist zudem an mehreren börsennotierten Konzernen beteiligt.
Allein sein Anteil von 34 Prozent an dem britisch-schweizerischen Bergbaukonzern Xstrata ist rund 25 Milliarden Dollar wert.

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