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11.11.2014

19:01 Uhr

Börsengang

Hella-Aktie schließt über Ausgabekurs

Ein positives Marktumfeld hat Hella den Start an der Börse erleichtert. In den ersten Handelsstunden bewegte sich der Aktienkurs des Autozulieferers allerdings wenig. Die Eigentümer-Familie war trotzdem hoch zufrieden.

Die letzten bis zu 5,75 Millionen Aktien platzierte die Firma Hella aus Lippstadt in der Nacht zum Freitag zu je 26,50 Euro, in der Mitte der Preisspanne. dpa

Die letzten bis zu 5,75 Millionen Aktien platzierte die Firma Hella aus Lippstadt in der Nacht zum Freitag zu je 26,50 Euro, in der Mitte der Preisspanne.

FrankfurtDer westfälische Autozulieferer Hella ist mit einem Kursplus an der Frankfurter Börse gestartet. Der erste Kurs wurde am Dienstagmorgen bei 27,50 Euro festgestellt. Zum Börsenschluss stand das Papier bei 27,11 Euro. Ausgewählte Investoren hatten in den vergangenen Wochen bei Privatplatzierungen rund 11,1 Millionen Aktien für 25 Euro pro Stück und in einem zweiten Schritt 5,75 Millionen Papiere für 26,50 Euro pro Aktie gekauft.

Das Unternehmen mit Sitz in Lippstadt ist auf Lichtsysteme und Elektronik für Autos spezialisiert und strebt in den MDax der mittelgroßen Unternehmen. Beim Börsengang kamen rund 430 Millionen Euro zusammen. Mit Hilfe der Einnahmen will der Autozulieferer vor allem international wachsen.

In den ersten Handelsstunden bewegte sich das Papier zwischen 27,15 Euro und 27,50 Euro. Im Laufe des Tages sackte die Hella-Aktie leicht auf 26,90 Euro ab. Das kleine Kursplus werten Marktbeobachter im derzeitigen Umfeld als Erfolg, denn die Stimmung an den Börsen hatte sich wegen Sorgen um die Konjunktur allgemein eingetrübt. So hatten der Online-Modehändler Zalando und der Startup-Brutkasten Rocket Internet jeweils enttäuschende Börsendebüts Anfang Oktober hingelegt. Die Aktien rutschten ins Minus; nur Rocket Internet fand vor wenigen Tagen aus dem Tal heraus.

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Hella-Geschäftsführung, zeigte sich zufrieden. „Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Börsengang. Hella ist jetzt ein börsennotiertes Familienunternehmen“, sagte Breidenbach in Frankfurt. Die Familie hatte sich verpflichtet, 60 Prozent der Anteile des Unternehmens bis 2024 zu halten.

Neben Hella sind zahlreiche Autozulieferer an der Börse notiert. Zum Beispiel Leoni und ElringKlinger im MDax und Grammer im SDax. Nach Zahlen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) setzten die Zulieferer im Jahr 2013 in Deutschland insgesamt 70,1 Milliarden Euro um. Etwa 290 000 Menschen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in 680 Betrieben beschäftigt.

Von

dpa

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