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04.04.2011

06:27 Uhr

Börsengang

Isovoltaic versucht sein Glück

VonStefan Menzel

Binnen einer guten Woche kündigt ein zweites österreichisches Unternehmen seinen Börsengang an der Börse Wien an. Nach dem Aluminiumhersteller Amag will sich nun auch der Solar-Zulieferer Isovoltaic frisches Geld an der Börse holen.

Wien

Details dazu werden am Montag auf einer Pressekonferenz in Wien verkündet. Der Börsengang lag in der Luft: Schon vor einer Woche hatte Isovoltaic einen Börsengang im "ersten Halbjahr 2011" angedeutet. Einen konkreten Termin hatte das Unternehmen allerdings noch nicht genannt.

Isovoltaic ist ein kleines, aber extrem ertragsstarkes Unternehmen, das als Zulieferer für die Solarbranche eine unverzichtbare Nische besetzt hat. Das Unternehmen aus der Nähe von Graz in der Steiermark produziert Rückseitenfolien für Solarmodule und hat in dieser ganz speziellen Nische einen Weltmarktanteil von etwa 35 Prozent. Isovoltaic liefert besonders an die starken Solarmodulhersteller in China, produziert aber selbst noch in Österreich.

Der steirische Solar-Zulieferer ist im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von etwa 200 Millionen Euro gekommen, hat aber einen stolzen Jahresüberschuss von 47 Millionen Euro verdient. Das erklärt auch die vergleichsweise hohe Bewertung des kleinen Solarspezialisten. Investmentbanken schätzen, dass Isovoltaic etwa auf einen Unternehmenswert von 750 Millionen Euro kommt.

Bislang gehört das Unternehmen noch der Familie Turnauer, einer bekannten österreichischen Industriellenfamilie. Die Familie hat angekündigt, dass sie etwa 45 Prozent von Isovoltaic an die Börse bringen will. Börsenexperten schätzten die Preisspanne der neuen Aktie zwischen 19 und 25 Euro, der Börsengang von Isovoltaic kommt damit auf ein Volumen von etwa 400 Millionen Euro. Mit dem Geld will die Familie Turnauer andere Industriebeteiligungen stärken. Eine zusätzliche Kapitalerhöhung für Isovoltaic ist nicht geplant.

Für die Wiener Börse ist dieser zweite Börsengang binnen einer guten Woche von großer Bedeutung. Das Image vom Finanzplatz Österreich hatte zuletzt erheblich gelitten, weil es an der Wiener Börse vier Jahre lang keinen einzigen Börsengang gegeben hatte. Die Finanzwelt in Österreich hofft nun, dass diese lange Durststrecke endlich beendet ist und wieder mehr Normalität an der Wiener Börse einkehrt.

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