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10.10.2013

20:02 Uhr

Börsengang

Royal-Mail-Aktie siebenfach überzeichnet

Die Royal Mail geht an die Börse. Das Papier wird zum Preis von 330 Pence an den Start gehen, 33 Prozent der Anteile sind Kleinanlegern vorbehalten. Der Ansturm innerhalb der Zeichnungsfrist war immens.

Der Firmenwert der Royal Mail wird auf bis zu 3,3 Milliarden Pfund geschätzt. ap

Der Firmenwert der Royal Mail wird auf bis zu 3,3 Milliarden Pfund geschätzt.

LondonDer Börsengang des 500 Jahre alten Postunternehmens Royal Mail in London ist bei Investoren auf reges Interesse gestoßen. Die für Freitag geplante Emission war siebenfach überzeichnet. Der britische Staat verkaufte die Aktien für 330 Pence (3,89 Euro) und damit am oberen Ende der Spanne zwischen 260 und 330 Pence. Damit wurde der von Heinrich VIII. gegründete Zustellservice mit 3,3 Milliarden Pfund bewertet. In die Staatskassen wandern bei einer der seit Jahrzehnten größten Privatisierungen in Großbritannien rund zwei Milliarden Pfund. Nach dem Börsengang wird die Regierung noch mit 38 Prozent an der Royal Mail beteiligt sein. Dieser Anteil könnte im Zusammenhang mit der Mehrzuteilungsoption allerdings auf 30 Prozent sinken.

Die Regierung hat bei der Vergabe der Aktien an Kleinanleger noch einmal nachgebessert. Wer sich um das vorgegebene Minium von Aktien im Wert von 750 Pfund beworben hatte, wird in vollem Umfang bedacht. Wer sich für Aktien im Wert von bis zu 10.000 Pfund bemüht hatte, bekommt ebenfalls Papiere im Wert von 750 Pfund. Größere Bestellungen wurden nicht berücksichtigt. Ungeachtet dessen gehen aber nur der kleinere Teil der Aktien an Kleinanleger, der größere Teil der Papiere dagegen an institutionelle Anleger wie Banken, Versicherungen oder Hedge Fonds. 10 Prozent werden für Mitarbeiter zurückgehalten.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Die Regierung wird mit der Privatisierung von mehr als 52 Prozent der Anteile an der Royal Mail rund 1,72 Milliarden Pfund in die Staatskasse spülen. Die Labour-Opposition hatte kritisiert, es hätte deutlich mehr erlöst werden können. Die Regierung habe die Spanne für den Ausgabepreis zu niedrig angesetzt.

Die Einnahmen aus dem IPO sollen zur Modernisierung des Zustellnetzes genutzt werden. Zehn Prozent der Aktien sollen - wie es das Gesetz vorschreibt - an die Postangestellten ausgegeben werden. In den vergangenen 19 Jahren unternahm die britische Regierung drei erfolglose Versuche, die Royal Mail zu privatisieren. Nun beginnt am Freitag der Handel um 9 Uhr.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

10.10.2013, 18:41 Uhr

Warum werden Kleinanleger bevorzugt?

Weil die Grossanlegen nicht investieren wollen.

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