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25.01.2010

11:45 Uhr

Börsengang

Rusal kassiert zwei Milliarden Dollar

2,24 Milliarden US-Dollar verdiente der weltgrößte Aluminiumkonzern bei seinem ersten Börsengang. Die Neuaktien gehen an etwa 300 institutionelle Investoren, hauptsächlich in Asien. Mit dem Geld will Rusal seine Schulden bezahlen. Das angeschlagene Unternehmen steht Medienberichten zufolge mit rund 16 Milliarden Dollar in der Kreide.

Herstellung von Aluminium in einem Rusal-Werk in Sibirien. Der Konzern hat bei seinem ersten Börsengang rund zwei Milliarden US-Dollar eingenommen. Reuters

Herstellung von Aluminium in einem Rusal-Werk in Sibirien. Der Konzern hat bei seinem ersten Börsengang rund zwei Milliarden US-Dollar eingenommen.

dpa/HB MOSKAU. Der weltgrößte Aluminiumkonzern Rusal des russischen Oligarchen Oleg Deripaska nimmt bei seinem ersten Börsengang 2,24 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden Euro) ein. Das Auftragsbuch sei bereits geschlossen worden, berichteten russische Medien am Freitag. Am 27. Januar soll Rusal erstmals mit 1,6 Milliarden Aktien oder 10,8 Prozent des Grundkapitals auf das Parkett an der Hongkonger Wertpapierbörse und an der Pariser Euronext-Börse gehen, schrieb die Moskauer Wirtschaftszeitung „Wedomosti“.

Der Einstiegspreis von 10,8 Hongkong-Dollar (knapp 1 Euro) je Aktie wurde am Vortag in der Mitte der angepeilten Spanne festgelegt, verlautete aus den Branchenkreisen. Somit betrage der Marktwert von Rusal mindestens 21,5 Milliarden US-Dollar. Die Neuaktien gehen an etwa 300 institutionelle Investoren, hauptsächlich in Asien. Die russische Entwicklungsbank VEB will 3,15 Prozent der Anteile kaufen.

Einigung mit Gläubigern machte Börsengang möglich

Den Erlös will Rusal für den Schuldendienst ausgeben. Moskauer Medien zufolge steht das angeschlagene Unternehmen mit rund 16 Milliarden US-Dollar bei Gläubigern im In- und Ausland in der Kreide. Der Börsengang war durch eine gewaltige Umstrukturierung der Verbindlichkeiten möglich geworden. Dazu hatte sich Deripaska mit Gläubigern im Vorjahr auf die Umschuldung von 7,4 Milliarden US-Dollar bis 2013 geeinigt.

Der Aluminiumriese UC Rusal war Mitte 2006 durch die Zusammenlegung der russischen Aluminiumkonzerne Rusal und Sual sowie des Schweizer Rohstoffhändlers Glencore aus der Taufe gehoben worden.

Die Börse in Hongkong, wo die Erstnotiz geplant ist, untermauert damit ihre weltweite Vormachtstellung bei Neuemissionen. Im vergangenen Jahr hatte sie erstmals die Spitze mit einem Emissionsvolumen von 17,7 Milliarden US-Dollar erklommen und damit die New Yorker Börse auf Platz zwei verwiesen (16,9 Milliarden Dollar). Das ergeben Berechnungen des Beratungshauses Ernst & Young. Rusal ist nach Abschluss des Börsengangs das erste russische Unternehmen, das dort gelistet wird. In der Vergangenheit haben Gesellschaften aus Russland meist den Börsenplatz London für Emissionen genutzt.

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