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06.10.2015

11:26 Uhr

Börsengang

Stunde der Wahrheit für Covestro

VonPeter Köhler, Julia Löffelholz

Das Debüt verschoben, die Preise gesenkt, der Erlös geschrumpft. Die VW-Krise hat den Börsengang der Bayer-Tochter zum Abenteuer gemacht. Gab es am Dienstag noch ein Happy End?

Covestro ist zufrieden

Beim offiziellen Börsengang: „Alle haben gejubelt“

Covestro ist zufrieden: Beim offiziellen Börsengang: „Alle haben gejubelt“

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FrankfurtDie Spannung steigt. Um 9 Uhr 17 ruft Ingo Kreisinger von der Baader Bank in den Handelssaal: „Das Orderbuch wird geschlossen!“ Danach hört man nur noch das monotone Rauschen der Kurstafel, ähnlich den Anzeigen auf dem Frankfurter Flughafen. Covestro-Chef Patrick W. Thomas und Finanzvorstand Frank H. Lutz müssen die Minuten jetzt wie eine Ewigkeit vorkommen. Dann folgt um 9 Uhr 20 die Erlösung: „Erster Kurs 26 Euro“, gibt Kreisinger bekannt, das Börsendebüt der Bayer-Kunststoffsparte ist damit zu einem gelungenen Einstand geworden. Die beiden Top-Manager schwenken im Blitzlichtgewitter erleichtert die Glocke, Applaus brandet auf.

Eine schwere Geburt findet damit ein versöhnliches Ende. Nach einem holprigen Lauf an die Börse hat das Unternehmen doch noch genügend Abnehmer für seine Aktien gefunden. Die Emission sei gut dreifach überzeichnet worden, sagt Lutz mit breitem Grinsen. 62,5 Millionen Anteilsscheine wurden zu je 24 Euro bei Investoren platziert. Damit wurden die Papiere zwar am oberen Ende der Preisspanne von 21,50 bis 24,50 Euro ausgegeben, diese hatte Covestro aber von ursprünglich 26,50 bis 35,50 Euro senken müssen und den Tag der Premiere auf diesen Dienstag verschoben. Die Bayer-Tochter sammelte 1,5 Milliarden Euro ein und liegt damit weit entfernt von den zunächst angepeilten Einnahmen von 2,5 Milliarden Euro.

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Doch heute Morgen ist die schwierige Wegstrecke kein Thema mehr, Sektgläser werden gereicht, illuminiert wird die Szene mit 7.500 Blinkwürfeln in kunterbunten Covestro-Kunststoffgläsern. „Ich bin sehr aufgeregt und sehr zufrieden“, sagt Konzernchef Thomas, er sei stolz, dass man das Orderbuch so schnell füllen konnte, nachdem die Preisspanne korrigiert war. Jeder in Europa sei höchstens zehn Meter von einem Covestro-Produkt entfernt, wirbt er in die zahlreichen Mikrofone. Auch die begleitenden Investmentbanker sind guter Laune, schließlich winken Gebühren in Millionenhöhe.

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Erstnotiz

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Im zweiten Anlauf hat die ehemalige Bayer-Kunststoffsparte ein gutes Debüt auf dem Börsenparkett hingelegt. Der erste Kurs, zu dem gehandelt werden kann, liegt über dem Emissionspreis.

„Das gibt dem gesamten Markt Mut“, sagt Klaus Fröhlich, Leiter Kapitalmarktgeschäft für Deutschland bei Morgan Stanley. „Wir hatten eine schwierige Phase in der Roadshow“, sagt Lutz. Als sich die Märkte in den vergangenen Tagen wieder beruhigt haben, hatte ich schon erwartet, das alles gut wird“, ergänzt der Finanzchef, der wie alle andere Covestro-Manager auch Krawatte und Einstecktuch in den Regenbogenfarben des Konzerns trägt – entweder Pink, Lila oder Orange. Vor 14 Tagen kamen die Pakete mit einer ganzen Palette dieser Accessoires – jetzt haben die Manager jeden Tag die Qual der Farbwahl.

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