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25.01.2013

20:45 Uhr

Börsenwert

Apple nicht mehr die wertvollste Firma der Welt

Nach seinem schlechten Weihnachtsgeschäft muss der Multimediakonzern den Titel des wertvollsten börsennotierten Konzerns abtreten. Die neue Nummer eins ist ein alter Bekannter.

Apple muss seinen Titel als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt abgeben. dapd

Apple muss seinen Titel als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt abgeben.

New YorkDas enttäuschende Abschneiden von Apple im Weihnachtsgeschäft kostet den iPhone- und iPad-Hersteller den Titel des wertvollsten börsennotierten Konzerns der Welt. Am Freitag übernahm der US-Ölmulti Exxon-Mobil nach anderthalb Jahren in der zweiten Reihe wieder die Führung.

Gegen Mittag (Ortszeit) legte Exxon-Mobil an der New Yorker Börse leicht auf einen Gesamtwert von rund 417 Milliarden Dollar (309 Milliarden Euro) zu, während Apple um annähernd 3 Prozent auf 412 Milliarden Dollar abrutschte.

Die Evolution des iPhone

iPhone - die erste Generation

Mit seinem leicht bedienbaren Touchscreen revolutionierte das iPhone die Handybranche. Dabei waren die technischen Daten der ersten Generation noch recht bescheiden: Der Prozessor leistete nur 667 Megahertz, der Arbeitsspeicher war nur 128 Megabyte groß. Den Datenfunk UMTS unterstützte die erste Generation nicht. Trotzdem wurde das Gerät ein riesiger Erfolg.

iPhone 3G

Das zweite Gerät der iPhone-Reihe, vorgestellt im Juni 2008, brachte einige wesentliche Änderungen. Zum einen überarbeitete Apple das Design gründlich. Zum anderen unterstützte das Gerät den Datenfunk UMTS sowie den Datenturbo HSDPA.

iPhone 3GS

Ein Jahr später stellte Apple das iPhone 3GS vor. Am Design änderte sich nichts, allerdings stattete der Hersteller das Gerät mit einem besseren Prozessor und einem größeren Speicher aus. Das suggeriert auch der Name: Das S steht für „Speed“. Zudem war eine Kamera mit 3 Megapixel Auflösung an Bord.

iPhone 4

Mit der vierten Generation, präsentiert im Juni 2010, wagte Apple wieder ein neues Design: Das Gehäuse war kantiger und aus Edelstahl. Zudem verbaute der Hersteller ein Display mit höherer Auflösung. Auch der Prozessor war leistungsfähiger als beim Vorgänger. Der Ansturm auf das Gerät war gewaltig.

iPhone 4S

Äußerlich unterschied sich das iPhone 4S kaum von seinem Vorgänger, das Design blieb weitgehend gleich. Schlagzeilen machte vor allem der persönliche sprachgesteuerte Assistent Siri, der zunächst nur auf dem 4S lief, später aber auch auf anderen iPhone-Modellen. Siri kann Fragen beantworten oder Kommandos ausführen. Die Kamera des iPhone 4S hatte eine Auflösung von 8 Megapixel.

iPhone 5

Das sechste und aktuelle Gerät der Reihe heißt iPhone 5. Es ist etwas länger, aber gleichzeitig dünner als das Vorgängermodell – dadurch ergibt sich ein neues Seitenverhältnis von 16:9. Die 8-Megapixel-Kamera kann Aufnahmen in HD anfertigen. Ein neuer Prozessor soll für mehr Tempo sorgen. In die Kritik geriet Apple, weil vor allem an der schwarzen Variante schnell Abnutzungserscheinungen zu sehen waren. Mit dem iPhone 5 führte Apple auch iOS 6 ein, die neue Version des Betriebssystems, die den vielkritisierten Kartendienst Maps enthält.

iPhone 5C und 5S

Das iPhone 5c und das iPhone 5s waren die Modelle sieben und acht. Das 5c ist die etwas günstigere Variante: Weitgehend ausgestattet wie das iPhone 5, hat es aber ein Gehäuse aus buntem Plastik. Das 5s hat unter anderem einen doppelt so schnellen Chip, eine bessere Kamera und einen Fingerabdrucksensor zur Entsperrung des Gerätes.

Apples Aktie kostete in der Spitze einmal 705,07 Dollar, zuletzt war sie noch 438,88 Dollar wert. Im vergangenen Quartal hatte sich das Wachstum des Elektronikkonzerns abgeschwächt und der Gewinn stagnierte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das hatte bei vielen Anlegern die Befürchtung geweckt, dass Apple an seine Grenzen gestoßen sein könnte.

Banken hatten am Donnerstag reihenweise ihre Kursziele für die Apple-Aktie gesenkt, was zu einem weiteren Verkaufsdruck führte. Doch selbst zur aktuellen Bewertung ist Apple immer noch annähernd soviel wert wie die Top fünf der deutschen börsennotierten Konzerne zusammen: SAP, Siemens, BASF, Bayer und die Allianz.

Apple war erstmals im Sommer 2011 wertvoller als Exxon-Mobil. Die beiden Schwergewichte wechselten sich mehrfach ab, bis Apple schließlich davonzog und im August 2012 auch noch Microsoft den Titel des wertvollsten Konzerns aller Zeiten streitig machte. Der Windows-Konzern hatte den Rekord noch zu Zeiten des Dotcom-Booms aufgestellt.

Dabei war Apple zwischenzeitlich fast am Ende. Das war im Jahr 1997, als Microsoft mit seinen Windows-Computern den Konkurrenten zu überrollen drohte. Doch Gründer Steve Jobs, der Apple zwölf Jahre zuvor im Streit verlassen hatte, kehrte zurück und riss das Steuer herum. Im August 2011 trat der charismatische Firmenchef wegen einer Krebserkrankung zurück, im Oktober starb er.

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Sein Nachfolger Tim Cook baute das Imperium weiter aus und erzielte ein Rekordgeschäft nach dem nächsten. Auch das jetzige Weihnachtsquartal war besser als das vorherige. Doch die großen Sprünge der Vergangenheit waren passé. Das beunruhigte die Anleger und schickte die Aktie wieder auf Talfahrt.

Von

dpa

Kommentare (5)

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MacHarry

26.01.2013, 12:17 Uhr

Who cares? Nobody. Mein iPad ist mir lieber als Benzin und man muss sich mal vorstellen, dass an mehrmals die Woche tanken fährt, aber nur. Einmal im Jahr was von Apple kauft und trotzdem fällt es einem Ölmulti scher, gegen Apple anzustinken. Wie schwach ist das denn. Ha ha, in einem Jahr darf Exxon sich wieder hinten anstellen, wenn Apple die TV Industrie an sich reisst.

BPf

26.01.2013, 13:26 Uhr

Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen. Benzin ist als Gebrauchsgut von einer deutlich anderen wirtschaftlichen Beschaffenheit als Appleprodukte, die eher den Investitionsgütern zugeschrieben werden.
Auch die Preisstrukturen, sowie die Gewinnmargen sind deutlich zu differenzieren.

Marseg

26.01.2013, 13:27 Uhr

"Nach seinem schlechten Weihnachtsgeschäft [..]"
Was bitteschön ist an einem Rekordergebnis denn ein schlechtes Geschäft? Daß die sog. Analysten, die in der Vergangenheit grundsätzlich und gerade bei Apple immer in die eine oder andere Richtung danebenlagen, wieder einmal falsch getippt haben? Und weil das Rekordergebnis nicht genau diesem Tipp entsprochen hat, war das ein schlechtes Geschäft? Wenn die Analysten wiederholt eines beweisen, dann sind es ihre fehlerhaften Vorhersagen. Damit ist deren Meinung irrelevant, um die den Erfolg eines Rekordergebnisses einzuschätzen.
Wie aber kann Handelsblatt eine solche Aussage übernehmen? Soll hier etwa eine Firma bewusst schlecht geredet werden?

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