Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2005

11:26 Uhr

Börsianer hatten mit schwächerem Start gerechnet

Positives Börsendebüt von Lanxess

Die vom Bayer-Konzern abgespaltene Chemiegesellschaft Lanxess ist bei ihrem Börsendebüt am Montag mit einem Kurs von 15,75 Euro gestartet. In den ersten Handelsminuten rutschte das Papiere jedoch ab.

HB FRANKFURT. Gegen 10.15 Uhr (MEZ) notierten die Lanxess-Anteilsscheine bei 14,55 Euro. Händler hatten im Vorfeld für das Lanxess-Papier mit Börsennotierungen zwischen 13 und 16 Euro gerechnet. Die Bayer-Aktie büßte über drei Prozent auf 24,15 Euro ein und war damit größter Verlierer im Deutschen Aktienindex (Dax). Bei Bayer hatten Börsianer wegen der Abspaltung einen Kursrückgang von bis zu fünf Prozent vorausgesagt. Lanxess ist mit einem Jahresumsatz von rund sechs Milliarden Euro europaweit die sechstgrößte börsennotierte Chemiegesellschaft.

Die Lanxess-Aktie gibt ihr Börsendebüt im Dax, wodurch der deutsche Leitindex für einen Tag 31 statt 30 Werte enthält. Da der Kurs der Lanxess-Aktie sich an der Börse erst bilden muss, ist dieser für einen Tag Teil der Berechnung des Dax. Der Schlusskurs von Lanxess an diesem Montag soll dann Grundlage für die Anpassung des Bayer-Gewichts im deutschen Leitindex sein. Bayer hatte im Zuge des größten Konzernumbaus seiner Geschichte die neue Chemiegesellschaft am Freitag in die Unabhängigkeit entlassen.

Die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) haben am Montag die Aktien des Chemiekonzerns Lanxess mit "Marktperformer" und einem Kursziel von 15 Euro in die Bewertung aufgenommen. "Erst bei einem Lanxess-Kurs von 12,50 Euro wäre die Aktie für mich ein "Outperformer'", sagte LRP-Analystin Silke Stegemann.

Lanxess steht vor schwierigen Aufgaben. Denn bei der Chemiegesellschaft verbleiben eher zyklische Geschäfte mit Massenchemikalien, die zum Teil starkem Preisdruck ausgesetzt sind. Ein großer Teil der Geschäfte gilt als margenschwach. Die operative Gewinnmarge liegt mit erwarteten knapp sieben Prozent 2004 im Konzern unter dem Branchendurchschnitt. In den ersten neun Monaten 2004 stand bei einem Umsatz von fünf Milliarden Euro unter dem Strich ein Verlust von acht Millionen Euro in den Büchern.

Für Analysten ist Lanxess daher vor allem eine Restrukturierungsgeschichte. Lanxess-Chef Axel Heitmann hat bereits als wichtigstes strategisches Ziel eine klare Verbesserung der Ertragskraft vorgegeben. Bis 2006 soll die operative Gewinnmarge auf neun bis zehn Prozent steigen. Für Bereiche, die die Rentabilitätserwartungen nicht erfüllen, erwägt Lanxess Partnerschaften und auch Abspaltungen. Als besondere Sanierungsfälle hat die Führungsspitze bereits die Sparten Feinchemie, Fasern und die Kunststoffsparte Styrenic Resins ausgemacht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×