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20.10.2014

12:54 Uhr

Borussia Dortmund

BVB in der Krise, Aktie knickt ein

VonWalter Epp, Lukas Bay

Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein geht durch das Tal der Tränen. Seit dem Stotterstart in der Bundesliga geht es auch für die Aktie abwärts. Wird die Krise zur finanziellen Bedrohung?

Marco Reus verlässt das Spielfeld nach der 1:2 Niederlage gegen Köln. Analysten sind von der Aktie des BVB angetan. Doch die Rechnung geht nicht auf, wenn Dortmund nicht gewinnt. Reuters

Marco Reus verlässt das Spielfeld nach der 1:2 Niederlage gegen Köln. Analysten sind von der Aktie des BVB angetan. Doch die Rechnung geht nicht auf, wenn Dortmund nicht gewinnt.

DüsseldorfSpätestens mit dem Abpfiff im Kölner Rheinenergie-Stadion dürfte bei den Verantwortlichen von Borussia Dortmund wohl jede Euphorie verflogen sein. Mit der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Köln haben die Schwarz-Gelben ihren schlechtesten Saisonstart seit Einführung der 3-Punkte-Regel hingelegt. Ein Saisonstart, der böse Erinnerungen weckt. Es war das Jahr 2003 als Dortmund als amtierender Deutscher Meister die direkte Qualifikation für die Champions League verpasste – und danach nur ganz knapp der Pleite und dem Zwangsabstieg entging.

Nun sind die Vorzeichen im Jahr 2014 andere: Dortmund ist dank lukrativer Sponsorenverträge mit Puma und Turkish Airlines sowie namhafter Investoren wie Signal Iduna und Evonik deutlich solider aufgestellt, der Verein ist derzeit faktisch schuldenfrei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Werbeeinnahmen sogar gesteigert werden, obwohl kein Titel gewonnen wurde.

Millionenspiel Champions League: Prämien wie im Vorjahr

Antritt

Alle 32 Teilnehmer an der Gruppenphase der Champions League können bereits fest mit 8,6 Millionen Euro Antrittsprämie kalkulieren.
Quelle: dpa

Siege

Dazu bringt jeder Sieg in den sechs Vorrundenspielen eine weitere Million Euro ein, jedes Unentschieden 500 000 Euro.

Erhöhung

Die Prämien bleiben auch die dritte Saison im Finanzzyklus 2012-2015 gleich, für die kommende Spielzeit werden sie dann vom Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA neu festgelegt.

 

K.o.-Runde

Für das Erreichen von Achtelfinale (3,5 Millionen Euro), Viertelfinale (3,9) und Halbfinale (4,9) werden weitere Gelder ausgeschüttet.

Sieger

Der Sieger des Endspiels sichert sich 10,5 Millionen Euro, der Finalist 6,5. Maximal kann der Gewinner der Königsklasse damit 37,4 Millionen Euro an Prämien einstreichen.

 

Pool

Dazu kommen noch Einnahmen aus dem sogenannten Marktpool. Diese verteilen sich auf die Teilnehmer aus dem jeweiligen Land und werden zu einem Teil durch das Abschneiden in der nationalen Liga der Vorsaison berechnet.

 

Real Madrid

In der Spielzeit 2013/14 verzeichnete Champions-League-Sieger Real Madrid mit insgesamt 57,414 Millionen Euro die höchsten Einnahmen.

 

Bayern München

Aus dem deutschen Quartett strich der FC Bayern München 44,616 Millionen Euro ein.

Weitere Bundesligisten

Dahinter folgten Borussia Dortmund (34,725), Bayer Leverkusen (26,335) und der FC Schalke 04 (23,720).

Doch sollte das Team tatsächlich die Qualifikation für die Champions League verpassen, dürfte sich das empfindlich in der Bilanz niederschlagen. Fernsehgelder, Prämien und Zuschauereinnahmen würden deutlich geringer ausfallen, und das mühsam aufgebaute Gewinner-Image der letzten Jahre würde merklich Schaden nehmen. Umso wichtiger, möglichst schnell wieder in die Spur zu kommen.

„Wir müssen die Fehler abstellen. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern sofort!“, forderte Trainer Jürgen Klopp in einer ersten Stellungnahme. Das sehen die Anleger genauso. Sie schickten die Aktie der Borussen am Montag um 3,3 Prozent nach unten. Seit dem Bundesliga-Auftakt hat die Dortmund-Aktie gut 20 Prozent an Wert verloren. Und trotzdem scheint im Verein noch keine Panik auszubrechen. Der Trainer steht trotz der jüngsten Niederlagenserie nicht zur Disposition – durchaus ungewöhnlich im schnelllebigen Sportgeschäft.

Den Hauptgrund für den sportlichen Misserfolg sehen die Verantwortlichen vor allem in der hohen Zahl der Verletzungen. Doch auch teure Neueinkäufe wie der italienische Stürmer Ciro Immobile oder der Nationalverteidiger Matthias Ginter erfüllen die hohen Erwartungen bisher nicht. Dabei hatten die Dortmunder vor Saisonbeginn so viel Geld für Verstärkungen in die Hand genommen wie noch nie unter Klopp. Unterm Strich steht ein Transferminus von rund 53 Millionen Euro. Bleibt der Erfolg weiterhin aus, wird sicher auch die Kritik an der Einkaufspolitik von Sportdirektor Zorc, der in den letzten Jahren oft ein goldenes Händchen bewiesen hatte, wieder größer werden.

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