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06.01.2015

13:33 Uhr

BP, Total und Co.

Konzerne können Verfall des Ölpreises abfedern

Während die Ölpreise seit den Höchstständen vom Sommer mittlerweile um rund 50 Prozent gefallen sind, verbucht der Branchen-Aktienindex ein deutlich kleineres Minus.

Ein weltweites Überangebot bei gleichzeitig sinkender Nachfrage setzt dem Rohstoff Öl seit Monaten zu. dpa

Ein weltweites Überangebot bei gleichzeitig sinkender Nachfrage setzt dem Rohstoff Öl seit Monaten zu.

FrankfurtÖlwerte wie BP, Eni, Total oder OMV haben sich zuletzt besser geschlagen als der schwächelnde Ölpreis. Das weltweite Überangebot bei gleichzeitig sinkender Nachfrage setzt dem Rohstoff seit Monaten zu.

Während sich das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI seit den Höchstständen vom Sommer um mehr als 50 Prozent verbilligten, schlug sich der Branchen-Aktienindex in dieser Zeit mit einem Minus von rund 26 Prozent deutlich besser. Brent und WTI notierten am Dienstag zeitweise mit 51,23 Dollar und 48,47 Dollar je Fass auf dem niedrigsten Stand seit Frühjahr 2009.

„Die breit aufgestellten Konzerne sind nicht nur von der Ölförderung abhängig, sondern können durch ihre Raffinerie- und Chemiegeschäfte den Ölpreis-Verfall abfedern“, erklärte ein Analyst in London. Der niedrige Ölpreis dürfte aber dazu führen, dass die Unternehmen weniger in zukünftige Projekte investieren und ihre Kosten weiter drücken.

Ob die Ölkonzerne, die bei vielen Investoren wegen ihrer hohen Ausschüttungen geschätzt werden, ihre Aktionäre künftig weniger üppig am Gewinn beteiligen, ist unter Experten umstritten. „Die Unternehmen werden alles tun, um ihre Dividendenquote stabil zu halten", sagte ein anderer Analyst.

Adrian Daniel, Fondsmanager bei MainFirst Asset Management, warnte indes davor, sich bei den Branchengrößen allein auf die vermeintlich hohe Dividendenrendite zu verlassen. „Diese Betrachtung birgt aus unserer Sicht erhebliche Risiken, da der Cash Flow vieler Ölunternehmen auf Basis aktueller Preise die Ausschüttung aus 2014 nicht mehr decken wird.“

Sicherlich können die Unternehmen zusätzliche freie Mittel für die Dividende durch Investitionskürzungen erzeugen – aus Sicht von Daniel würde das aber nicht ausreichen.

Zwar hätten die meisten Analysten ihre Prognosen für die Gewinnschätzungen der großen Ölproduzenten bereits reduziert, allerdings kalkulierten sie weiterhin mit langfristigen Preisen von 75 Dollar pro Barrel und mehr, gab Daniel zu bedenken. „Sollte daher der Ölpreis nachhaltig auf den aktuellen Niveaus verbleiben, ist eine weitere Welle an Prognosekürzungen erforderlich.“

Dann dürfte eine kritische Prüfung der Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen erfolgen, weshalb sich auch die Lücke in der Kursentwicklung von Aktien des Ölsektors zum Ölpreis schließen sollte.

Von

rtr

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