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04.02.2016

09:43 Uhr

Brain

Biotech-Unternehmen schafft Sprung an die Börse

Das Biotech-Unternehmen Brain hat den Sprung an die Börse geschafft. Der erste Börsengang des Jahres in Frankfurt wurde allerdings vom starken Negativtrend am Aktienmarkt überschattet.

Das Biotechnologie-Unternehmen Brain ist der erste deutsche Konzern, der 2016 an die Börse geht. dpa

Börse Frankfurt

Das Biotechnologie-Unternehmen Brain ist der erste deutsche Konzern, der 2016 an die Börse geht.

FrankfurtDas hessische Biotech-Unternehmen Brain hat trotz heftigen Gegenwinds vom Aktienmarkt den Sprung an die Börse geschafft. 3,61 Millionen Aktien seien zu je neun Euro - am unteren Rand der Preisspanne - zugeteilt worden, teilte die Firma aus Zwingenberg bei Darmstadt am Mittwochabend mit. Sie nimmt mit dem Börsengang 31,5 Millionen Euro ein. Knapp ein Fünftel der Aktien ging an Privatanleger, darunter die eigenen Mitarbeiter und Investoren eines Startup-Fonds, der bereits zuvor bei Brain engagiert war.

Brain ist der erste Börsengang des Jahres in Frankfurt, wo die Papiere am nächsten Dienstag - dem Faschingsdienstag – zum ersten Mal notiert werden. Die erste Emission aus der Biotech-Branche an einer deutschen Börse seit Wilex 2006 war vom starken Abwärtstrend am Aktienmarkt überschattet worden. Das Unternehmen wird zum Emissionspreis mit knapp 150 Millionen Euro bewertet.

Die Unternehmerfamilie Putsch („Recaro“) aus Kaiserslautern, der Haupteigentümer von Brain, lässt ihre Beteiligung von 50,65 auf unter 50 Prozent rutschen. Sie kassiert mit dem Börsengang maximal eine Million Euro, bleibt aber auf einem Großteil ihrer als Platzierungsreserve bereitgestellten Aktien sitzen. Gut 21 Prozent an Brain sind künftig im Streubesitz. Begleitet wurde die Emission vom Wertpapierhändler Oddo Seydler.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Brain macht Enzyme, Mikroorganismen und andere Wirkstoffe für industrielle Anwendungen in der Chemie-, Kosmetik-, Nahrungsmittel- und Medizinindustrie nutzbar. Aus den Laboren das Unternehmens kommen etwa Enzyme, die Waschmittel auch bei niedrigen Temperaturen wirksam machen. Im Geschäftsjahr 2014/15 kam Brain bei einer Gesamtleistung von knapp 26 Millionen Euro auf einen operativen Verlust (Ebit) von 4,6 Millionen Euro.

Von

rtr

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