Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2009

11:40 Uhr

Branche im Fokus

Autoaktien: Wer schafft die Wende?

Die Aktien der Autobauer sind in den vergangenen Monaten kräftig abgesackt. Auf der diesjährigen Messe in Detroit lecken die Konzerne ihre Wunden. Für viele geht es um nicht weniger als die Zukunft. Analysten sprechen sich für Zusammenschlüsse aus - das helfe auch den Aktienkursen.

Ein Priester betet auf der Automesse in Detroit für die angeschlagene Autobranche. Foto: Reuters Reuters

Ein Priester betet auf der Automesse in Detroit für die angeschlagene Autobranche. Foto: Reuters

HB FRANKFURT. Aktien deutscher Autobauer haben sich am Montag nach Beginn der Automesse in Detroit uneinheitlich entwickelt. Am Mittag hielten sich die Titel von BMW als einer der wenigen Gewinner im Dax mit 1,72 Prozent auf 22,78 Euro im Plus. Für Daimler ging es dagegen um 0,28 Prozent auf 27,16 Euro nach unten, Volkswagen verloren 3,11 Prozent auf 275,01 Euro. Porsche standen mit 0,74 Prozent auf 55,16 Euro im Minus.

BMW profitierten Händlern zufolge von einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs im Zuge einer Branchenstudie. Analyst Stefan Burgstaller hob das Ziel für die Aktien der Münchener von 28 auf 35 Euro und hielt an seiner Einschätzung "Buy" fest. Die Analysten der Credit Suisse sehen unterdessen bei einer möglichen engeren Zusammenarbeit zwischen BMW und Mercedes deutliches Effizienz-Potenzial. Analyst Arndt Ellinghorst betonte darin, er betrachte die aktuelle Krise als historische Chance für eine Konsolidierung der Branche. Bei einer engeren Zusammenarbeit könnten BMW und Daimler ihre Kosten um 4,5 Mrd. Euro senken. Bei Fiat und Peugeot taxierte er das Einspar-Potenzial auf 3,1 Milliarden.

Unterdessen will BMW seinen Marktanteil in den USA in diesem Jahr trotz der gegenwärtigen Nachfrageschwäche zumindest halten und hat die Produktion in drei bayerischen Werken wieder angefahren.

Bei Daimler kritisierten Händler und Analysten Aussagen von Konzernchef Dieter Zetsche. Dieser hat sich zwar für das laufende Jahr vorsichtig optimistisch gezeigt. Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz hob allerdings Aussagen zur Entwicklung im vierten Quartal negativ hervor. "Die Entwicklung soll noch unter den bereits im Oktober gesenkten Prognosen gelegen haben. Das sieht so aus, als wolle Daimler den Markt auf eine weitere Gewinnwarnung vorbereiten", schrieb der Analyst in einem aktuellen Kommentar. Seine Schätzungen lägen bereits deutlich unter den Zielen von Daimler - Schwarz erwartet einen Verlust im vierten Quartal. Derzeit bleibe der gesamte Sektor für Anleger unattraktiv. Die Daimler-Aktie bewertete er weiter mit "Hold" und einem Kursziel von 26 Euro.

Für die VW-Aktie ging es trotz eines Absatzrekords im Jahr 2008 nach unten. Der Konzern lieferte weltweit 6,23 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr, wie VW am Sonntag auf der Autoshow in Detroit mitteilte. Unterdessen sehen die Analysten von Goldman Sachs das Risiko eines schwächeren Absatzwachstums, niedrigerer Margen sowie Wert vernichtender Akquisitionen. Sie erhöhten zwar das Kursziel von 61 auf 100 Euro, liegen damit aber noch sehr deutlich unter dem aktuellen Kursniveau. Die Einschätzung beließen sie auf "Neutral". Bei Porsche liege das Risiko insbesondere darin, dass die Kosten für eine Machtübernahme bei VW zu hoch ausfielen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×