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02.02.2009

13:25 Uhr

Branche im Fokus

Bankaktien rutschen ab

An der Börse in Frankfurt geraten Bankaktien kräftig unter Druck. Anleger fürchten, dass es nun doch keine Bad Bank geben wird, die den Geldhäusern ihre Ramschanleihen abnimmt. An den anderen europäischen Handelsplätzen sieht es kaum besser aus. In den USA mussten außerdem drei weitere Geldhäuser dichtmachen.

Bankentürme in Frankfurt. Foto: AP Quelle: ap

Bankentürme in Frankfurt. Foto: AP

HB FRANKFURT. Die deutschen Bankaktien sind am Montag deutlich unter Druck gekommen. Händler verwiesen auf die Diskussionen um die stockende Einführung einer sogenannten "Bad Bank". In den USA hatte der Fernsehsender CNBC am vergangenen Freitag berichtet, die Pläne für eine "Bad Bank" seien vorerst auf Eis gelegt. Die Frage sei nun, so Händler, ob es leichter sein werde, ein solches Institut in Deutschland zu schaffen.

Die Aktien der Deutschen Bank fielen um 6,65 Prozent auf 19,36 Euro. Der Kurs der Postbank verlor 7,22 Prozent auf 8,74 Euro. Commerzbank sanken um 5,20 Prozent auf 3,37 Euro.

Nachdem die Pläne zur Einführung einer "Bad Bank" unter den Investoren zu einer "große Euphorie" geführt hatten, schmelze diese jetzt wieder dahin, sagte Analyst Michael Seufert von der Nord/LB. Sowohl in den USA als auch hierzulande stehe die Realisierung einer solchen Bank offenbar doch nicht so unmittelbar und unproblematisch bevor wie zunächst erhofft.

Konrad Becker, Analyst bei Merck Finck & Co, verwies angesichts der jüngsten Kursabschläge bei den Bankaktien auf Gewinnmitnahmen. Außerdem herrsche eine "gewisse Katerstimmung" nach den euphorischen Kursanstiegen der Vorwoche. Langsam werde klar, dass die "Erwartung, dass die Banken alle ihre Probleme mit einem Schlag los werden" wohl enttäuscht würden. Gegebenenfalls könne es zu einer Verwässerung der Aktionärsanteile kommen. "Die Lösung der Probleme wird nicht billig werden", sagte Becker.

In der Diskussion um die mögliche Schaffung einer "Bad Bank" hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Bundestagsfraktionschef Peter Struck am Wochenende ablehnend geäußert. "Die Banken müssen sich um all ihre Produkte kümmern, um die guten und um die schlechten", sagte Merkel am Samstag.

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