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30.04.2013

13:46 Uhr

Britisches Comeback

Traditionsbanken trauen sich wieder an die Börse

Gleich mehrere Traditionsmarken aus der Finanzbranche stehen wohl in nächster Zeit vor dem Sprung auf das Parkett. Viele Menschen hassen ihre jetzige Bank, sagen Experten. Das wollen die Newcomer ausnutzen.

Filiale der Lloyd's TSB. TSB kommt wahrscheinlich bald eigenständig an die Börse. dpa

Filiale der Lloyd's TSB. TSB kommt wahrscheinlich bald eigenständig an die Börse.

LondonAltgediente Börsianer könnten beim Blick auf den Kurszettel der Londoner Börse bald nostalgische Gefühle bekommen. Denn gleich mehrere Traditionsmarken aus der Finanzbranche dürften in nächster Zeit vor dem Sprung auf das Parkett stehen. Dazu gehören Williams & Glyn's sowie die Trustee Savings Bank (TSB) - zwei Markennamen, die zuletzt in den 1980er Jahren über Bankfilialen prangten. Denn Lloyds und die Royal Bank of Scotland (RBS) haben bislang keine Käufer für zusammen fast 1000 Filialen gefunden, die sie auf Geheiß der EU-Kommission verkaufen müssen, nachdem sie in der Finanzkrise Staatshilfe bekommen hatten. Daher bleibt ihnen wohl nur der Gang an die Börse - für Anleger angesichts stolzer Renditen im britischen Privatkundengeschäft ein womöglich attraktives Ziel.

Auch von anderer Seite könnte es Bewegung geben: Die spanische Großbank Santander und der Milliardär Richard Branson mit seiner Finanzholding Virgin Money könnten ebenfalls in den nächsten Jahren mit britischen Filialen an die Börse drängen. Und auch für die National Australia Bank (NAB) vom fünften Kontinent könnte ein Börsengang in London ein Ausweg sein, nachdem sie seit Jahren versucht hat, Clydesdale-Filialen in Großbritannien an den Mann zu bringen.

Laut Investmentbankern könnte es in den nächsten zwölf bis 36 Monaten soweit sein. Die Zahl der börsennotierten Banken könnte sich dann schnell verdoppeln. Der letzte größere Börsengang einer Bank von der Insel datiert aus dem Jahr 2000: Bradford & Bingley. Seitdem hat die Finanzkrise aber vier Institute vom Kurszettel gefegt: neben Bradford & Bingley auch Northern Rock, Alliance & Leicester und HBOS.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Keine lästige Konkurrenz durch Sparkassen und Volksbanken

Die Argumente der Banker für die Neuzugänge sind schon jetzt klar: Alle fünf können sich als reine Filialbanken präsentieren, ohne Altlasten und faule Immobilienkredite, ohne riskantes Investmentbanking. "Das sind sehr attraktive Investments, wenn man sie in Reinform bekommt", sagt Fondsmanager Richard Black von Legal & General. "Eine Eigenkapital-Rendite von 15 Prozent ist möglich für eine fokussierte, gut gemanagte kleinere Bank", ergänzt ein Investmentbanker.

So hat die RBS im heimischen Filialgeschäft im vergangenen Jahr 24 Prozent Rendite erwirtschaftet, Barclays 16 Prozent - mehr als im restlichen Kerngeschäft. Für deutsche Banken bleiben solche Werte angesichts der scharfen Konkurrenz von Sparkassen und Volksbanken ein Traum. In Großbritannien verteilt sich das Filialgeschäft dagegen auf wenige Anbieter - was der EU ein Dorn im Auge war.

Kommentare (1)

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JJJ

30.04.2013, 15:00 Uhr

Die Commerzbank muss schon mehr hauchen als nur ihren alten Slogan...

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