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02.03.2013

02:31 Uhr

Buffetts Jahresbrief

„Wir haben noch haufenweise Bares“

Trotz der spektakulären Kauf des Ketchup-Königs Heinz ist der Übernahmehunger von Starinvestor Warren Buffett längst nicht gestillt. Es sei noch genug Geld vorhanden, schreibt er. „Also heißt es zurück ans Werk.“

„Charlie und ich haben erneut unsere Safari-Klamotten angezogen“, schrieb Buffett. Reuters

„Charlie und ich haben erneut unsere Safari-Klamotten angezogen“, schrieb Buffett.

OmahaIn seinem jährlichen Aktionärsbrief schreibt Star-Investor Warren Buffett, dass der Kauf des Ketchup-Königs Heinz einen guten Teil der Gewinne aus vergangenen Jahren aufgezehrt habe. Die gut 12 Milliarden Dollar heißen allerdings nicht, dass sein Übernahmehunger gestillt ist. „Wir haben noch haufenweise Bares und generieren in schnellem Tempo noch mehr davon. Also heißt es zurück ans Werk.“

„Charlie und ich haben erneut unsere Safari-Klamotten angezogen und unsere Suche nach Elefanten wieder aufgenommen“, griff Buffett ein Bild aus dem Jahr 2011 wieder auf, als er gedichtet hatte: „Unser Elefantentöter ist nachgeladen und mein Finger am Abzug juckt.“

Anlagestrategie: Buffett und der Heilige Gral der Börse

Anlagestrategie

Buffett und der Heilige Gral der Börse

Seine Anlageerfolge sind legendär. Warren Buffett gehört zu den erfolgreichsten Investoren der Welt. Geschickte Aktienkäufe machten ihn zum Multimilliardär. Wie Buffett seine Super-Aktien findet.

Doch erst jüngst kamen Buffett und sein Kompagnon Charlie Munger auch zum Schuss, wie er selbst einräumte: „Ich habe einige Elefanten verfolgt, bin aber mit leeren Händen zurückgekehrt. Wie dem auch sei, das Blatt hat sich Anfang dieses Jahres gewendet.“ Damit meinte er Heinz.

Buffett hat sich bei der Übernahme mit dem Finanzinvestor 3G Capital verbündet, der vom brasilianischen Geschäftsmann Jorge Paulo Lemann kontrolliert wird. „Wir könnten uns keine bessere Gesellschaft wünschen“, schrieb Buffett. „Jorge Paul ist ein langjähriger Freund von mir und ein klasse Manager.“

Die Partner zahlen zusammengenommen 23 Milliarden Dollar für Heinz. Einen üblen Beigeschmack hat die Übernahme jedoch wegen des Verdachts bekommen, dass es Insiderhandel gab. Die US-Börsenaufsicht SEC und die Bundespolizei FBI ermitteln.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Weitere Übernahmen könnte sich Buffett in der Tat locker leisten: Im Schlussquartal verdiente seine Berkshire Hathaway vor allem dank der berühmt-berüchtigen Finanzwetten des Starinvestors anderthalb Mal soviel wie im Vorjahreszeitraum.

Welche Unternehmen und Branchen er genau im Blick hat, sagte Buffett nicht. Er bekundete lediglich Interesse an weiteren Zeitungen. Erst vor wenigen Tagen gab er den Kauf der regionalen „Tulsa World“ aus dem Bundesstaat Oklahoma bekannt.

Wer ist Warren Buffett?

Die Grundlagen

Warren Buffett, geboren am 30. August 1930 in Omaha, Nebraska, war seit frühester Kindheit von Zahlen fasziniert. Sein Vater besaß ein Lebensmittelgeschäft und war Aktienhändler. Mit acht Jahren las er Bücher über die Börse, mit elf arbeitete er in einem Brokerhaus.

Der Förderer

Buffett verschlang das Buch von Professor Benjamin Graham „Intelligent Investieren“ und ging zu ihm an die Columbia Business School. Graham gefiel der junge Mann auch und er lud ihn ein, mit in seinem Unternehmen zu arbeiten. Als sich Graham 1956 zur Ruhe setzte, ging Buffett mit dem verdienten Geld sowie geliehenem zurück nach Omaha und gründete mit 25 Jahren eine Investment-Beteiligungsgesellschaft.

Buffett Partnership , LTD

Die Gesellschaft hatte sieben Teilhaber, die zusammen gut 100.000 Dollar einzahlten. Sie bekamen jährlich sechs Prozent ihrer Anlagesumme und 75 Prozent des Gewinns. Die übrigen 25 Prozent gingen an Buffett.

Der Aufstieg

Obwohl der Dow Jones in fünf der nächsten 13 Jahre fiel, vermehrte er das Geld um knapp 30 Prozent jährlich. Kein Wunder, dass immer mehr bei ihm investieren wollten. 1962 begann er außerdem, Aktien von Not leidenden Firmen zu kaufen. So auch die einer Textilfirma namens Berkshire Hathaway.

Berkshires Umwandlung

Nachdem sich die Buffett Partnership aufgelöst hatte und alle Gesellschafter ausgezahlt worden waren, übernahm Buffett Berkshire Hathaway mit seinem Anteil von 25 Millionen Dollar. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen 40 Jahre währt und legendär geworden ist. Berkshire wurde von der Textilfirma zur Beteiligungsgesellschaft.

Buffetts Bilanz

Buffetts wesentliches Ziel war lange Jahre, den Buchwert von Berkshire Hathaway um jährlich 15 Prozent zu steigern. Doch das übertraf er bei weitem. Innerhalb von 40 Jahren steigerte sich das Eigenkapital zudem von 22 Millionen Dollar auf 69 Milliarden Dollar, der Buchwert pro Aktie von 19 auf knapp 60.000 Dollar. Dabei unterliegt Berkshire Hathaway der Einkommen- wie auch der Kapitelertragsteuer.

Das Prinzip

Buffett mag es, „Gewissheiten mit Abschlag“ zu kaufen, wie er es formuliert. Ihm liegt also viel daran, dass die Vorhersehbarkeit der Entwicklung eines Unternehmens vorhanden ist. Und Buffett kauft nur dort, wo er das Geschäftsmodell vollkommen versteht. Das nennt er „Kompetenzradius“. Ihm liegt viel an geringen Schulden, hoher Kapitalrendite und einer guten Führungsmannschaft.

Das Dilemma

Buffett hat sehr oft ein Problem: Die Aktien, die er kaufen will, werden nur selten mit Preisabschlägen gehandelt. Zumindest in den Branchen, wo sein „Kompetenzradius“ liegt. So viel Glück wie bei Amex hat man eben nur selten.

American Express

Das erste und wichtigste Investment war American Express (Amex). 1962 fiel die Aktie der Kreditkartenfirma nach einem Skandal über Nacht von 65 auf 33 Dollar. Buffett hielt Amex grundsätzlich aber für stark und handelte zielstrebig. Er nahm 13 Millionen Dollar in die Hand – immerhin 40 Prozent des Gesamtvermögens seiner Gesellschaft. Der Börsenkurs stieg und Buffett sackte allein in den ersten beiden Jahren einen Profit von 20 Millionen Dollar ein.

Das Versicherungsgeschäft

Im März 1967 kauft Berkshire Hathaway für 8,6 Millionen Dollar Aktien von zwei Versicherern: National Indemnity Company und National Fire and Marine Insurance Company. Es war der Beginn einer phänomenalen Erfolgsstory in dieser Branche. Sie passte perfekt zu Buffetts Anlagestrategie. Es folgten weitere Zukäufe, unter anderem auch bei Rückversichern wie General Re. 

Washington Post

Buffetts Geschichte mit dem Medienkonzern ist in zweifacher Hinsicht eine besondere: Zum einen half er der Geschäftsführung in schwierigen Zeiten entscheidend weiter, zum anderen mehrte der spätere Erfolg sein Vermögen. Die Investition hat sich ungefähr verfünfzigfacht. Aber vor allem „zementierte“ die Post laut Finanzjournalisten Buffetts Ruf als „Meister-Investor“ in den 70er-Jahren.

Coca-Cola

Buffett liebte Coca-Cola seit Leben lang. Doch die ersten Aktien kaufte er erst 1988. Das Unternehmen passt perfekt zu Buffetts Vorliebe, große Kapitalmengen mit hoher Investitionsrendite einsetzen zu können. Die bekannteste Marke der Welt ist für Bufett auch das wertvollste Geschäftskonzept der Welt. Cherry Coke ist heute übrigens das offizielle Getränk der Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway.

Gillette

Rasierklingen brauchen die Menschen auch in Krisenzeiten. Buffetts Interesse an Gillette erwachte in den 80er-Jahren. Damals galt das Unternehmen an der Wall Street als reifes, langsam, aber stetig wachsendes Unternehmen – also perfekt für eine Übernahme durch Berkshire Hathaway. Als Gillette 1991 einen Aktiensplit vornahm, bekam Berkshire Hathaway für seine Vorzugsaktien elf Prozent der Stammaktien. Der Wert der Investition stieg innerhalb von zwei Jahren von 600 Millionen auf 875 Millionen Dollar.

Fruit of the Loom

Fruit of the Loom gehört seit 2002 zu Berkshire Hathaway. Das Unternehmen stellt rund ein Drittel der Herren- und Jugendwäsche her, die in den USA verkauft wird. Buffett gab 835 Millionen Dollar für Fruit of the Loom aus.

Clayton Homes

Ebenfalls im Jahr 2002 entschied sich Buffett, Clayton Homes zu übernehmen. 1966 durch den Sohn eines Farmpächters gegründet, ist das Unternehmen heute der größte Fertighaushersteller der USA. Die Idee entstand übrigens auch, weil sich Buffett über die „fürchterlichen Verbraucherfinanzierungs-Praktiken“ aufregte.

Wells Fargo

Im Oktober 1990 hat Berkshire Hathaway für 289 Millionen Dollar Aktien an Wells Fargo erworben. Das war damals sehr mutig, denn viele „Bären“ an der Wall Street wetteten auf den Niedergang der kriselnden Bank aus San Francisco. Doch Wells Fargo überstand die kritische Phase und war 2003 die einzige US-Bank mit dem Top-Kreditrating AAA.

Auch die rund 80 direkten Tochtergesellschaften konnten ihren Gewinn leicht steigern. Buffett zeigte sich insbesondere mit dem Autoversicherer Geico zufrieden. Unterm Strich blieben 4,6 Milliarden Dollar (3,5 Mrd Euro) übrig. Im Gesamtjahr sah es ähnlich aus: Der Gewinn stieg hier auf 14,8 Milliarden Dollar.

Buffetts jährlicher Brief an die Aktionäre wird von seinen Anhänger mit Spannung erwartet und geradezu zelebriert. Sie halten sich das Wochenende frei, um die Ausführungen von Buffett genau zu studieren. In diesem Jahr meinten sie eine gewisse Frustration zu erkennen. „Er hat sich von ein paar Dingen verabschiedet, die ihm immer so viel bedeutet haben“, sagte Bill Smead, Chef-Investmentstratege bei Smead Capital Management.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Desaster

02.03.2013, 01:33 Uhr

" „Wir haben noch haufenweise Bares und generieren in schnellem Tempo noch mehr davon. Also heißt es zurück ans Werk.“


Bitte in das EU-Desaster investieren, aufgebäumt durch das Finanzdesaster made in USA.

salpeter

02.03.2013, 07:28 Uhr

Der weiß doch genau, warum er das NICHT tut: in der EU sind 27 Einzelregierungen am Werk, die sich gegenseitig "zeigen müssen" wie toll sie sind. Die EU wird NIE eine wirtschaftliche EU, allenfalls eine bankrotte Europäische-Union der Darniederliegenden infantil und einzelstaatlich neurotisch profilierungssüchtigen Mitglieder sein! Gestern war ENDLICH eine vernünftige Meldung dazu zu lesen: nach Italienwahl soll das Land zur Lira zurückkehren. WOW - eine geistige Dämmerung hat eingesetzt. Von so bezeichneter Expertenseite. Bofinger=ProFinger=Fürsprecher EU? Ach ne, der ist ja einseitig Hirngewaschen!

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