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17.04.2012

14:01 Uhr

Bundesliga-Rechte

Sky-Aktie halbiert Gewinne

Teurer Sieg im Fußballpoker: Nach dem Zuschlag für die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga haben Sky Deutschland einen Teil ihrer Gewinne wieder eingebüßt.

Ein Kameramann des Bezahlsenders Sky. dpa

Ein Kameramann des Bezahlsenders Sky.

FrankfurtSky-Aktien notierten am frühen Nachmittag noch 15 Prozent im Plus bei 2,30 Euro, nachdem sie in der Erwartung der Aktionäre auf einen Zuschlag für die Senderechte für Sky am Vormittag bis zu 26,6 Prozent zugelegt hatten. Die Titel waren allerdings auch am Dienstagnachmittag noch weitaus größte Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Der Preis für das Paket sei sicher einer der Gründe dafür, dass sich einige Anleger wieder zurückzögen, sagte ein Händler. Die DFL hatte in den vergangenen Jahren für die Bundesliga-Vermarktung im Schnitt 412 Millionen Euro pro Jahr eingenommen. Nun rechnet die Liga bis 2017 mit Einnahmen von 628 Millionen Euro pro Jahr. Der Bezahlsender bekomme kaum mehr Exklusivität, bemängelte ein Börsianer. Dass die Deutsche Telekom bei der Versteigerung leer ausging, hatte keine Auswirkung auf die Aktien, die mit 1,3 Prozent weiter fest im Plus notierten. Auch an den Axel-Springer -Papieren, die ebenfalls im Plus notierten, ging die Entscheidung geräuschlos vorbei. Die „Bild-“Mutter darf die Bundesliga eine Stunde nach Spielschluss gegen Bezahlung im Internet zeigen und am Folgetag auch kostenlos.

Für Sky sind die 306 Live-Spiele der 1. Bundesliga das beste Verkaufsargument. Die Rechte gelten für das von Medienzar Rupert Murdoch beherrschte, chronisch defizitäre Unternehmen deshalb als überlebenswichtig. „Es gab ernste Sorgen, dass Sky Deutschland die Rechte verlieren würde. Auch wenn der Preis noch nicht bekannt ist, ist diese Nachricht klar positiv“, sagte ein Aktienhändler. „Wir glauben, dass Sky Deutschland auf dieser Basis womöglich beim Wachstum den Turbo einschalten könnte“, erklärte UBS-Analyst Pol Tang - entweder durch eine kostenlose Verteilung von HD-Boxen oder ein günstigeres Online-Produkt.

Sky dürfte für die Rechte künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. Bisher hatte der Sender im Jahr rund 250 Millionen Euro zahlen müssen, der Wettlauf mit der Telekom um die Live-Rechte dürfte die Summe nun auf mindestens 275 Millionen Euro getrieben haben. Nach Medienberichten hatten sich auch die Kabelanbieter Unitymedia und Kabel Deutschland um die Rechte beworben. Auch der Zeitungs- und Internet-Konzern Axel Springer hatte seinen Hut in den Ring geworfen. Insgesamt hatten sich 15 Bieter für die Endrunde qualifiziert.

Die DFL hatte den Poker mit einer geschickten Ausschreibung in zahlreichen Paketen angeheizt und kann daher mit höheren Einnahmen rechnen als in den vier Jahren bis 2013, in denen 412 Millionen Euro im Jahr erlöst wurden. Experten rechnen mit mehr als 500 Millionen Euro. Das wäre aber immer noch weniger als in Großbritannien, wo die Premier League bis zum kommenden Jahr durchschnittlich 600 Millionen Pfund pro Saison von BSkyB und ESPN erhält.

Auch die ARD-Sportschau bleibt den Fans dem Zeitungsbericht zufolge am frühen Samstagabend ab 18.30 Uhr erhalten. Die DFL hatte auch ein Szenario ausgeschrieben, das eine Zusammenfassung der Samstag-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen erst am späten Abend vorsah. Dann wären die Spielberichte möglicherweise erst im Internet zu sehen gewesen. Doch können die Vereine auf höhere Werbeeinnahmen hoffen, wenn die Sponsoren im öffentlichen Fernsehen zu sehen sind. Die Rechte für das Internet-Fernsehen (IP-TV) hat sich laut „Bild“ wie bisher die Deutsche Telekom gesichert, die die bisher nur 25 Millionen Euro teuren Rechte für ihr Angebot „Entertain“ nutzt.

Von

rtr

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