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06.10.2015

20:28 Uhr

Cafe Coffee Day

Indiens Starbucks-Rivale plant Börsengang

In Indien sind in den vergangenen Jahren nur wenige Unternehmen an die Börse gegangen. Schuld sind extreme Marktschwankungen und die Wirtschaftsabkühlung. Nun steht das Land vor dem größten IPO seit drei Jahren.

Die Kette betreibt mehr als 1500 Läden in Indien sowie weitere 14 Filialen in Österreich, der Tschechischen Republik und Malaysia. dpa

Cafe Coffee Day plant IPO

Die Kette betreibt mehr als 1500 Läden in Indien sowie weitere 14 Filialen in Österreich, der Tschechischen Republik und Malaysia.

MumbaiDer Starbucks -Wettbewerber Cafe Coffee Day steht vor dem größten Börsengang in Indien seit drei Jahren. Ziel des 1996 gegründeten Unternehmens sei es, bis zu 176 Millionen Dollar einzunehmen, geht aus den Unterlagen zum Finanzmarktdebüt hervor, die Reuters am Dienstag einsehen konnte. Der Handel soll am 2. November in Mumbai starten. Zu den Investoren von Cafe Coffee Day gehört die Beteiligungsgesellschaft KKR. Bisher ist unklar, wie viele Aktien die Kaffeekette verkaufen will.

In Indien sind in den vergangenen Jahren wenige Unternehmen an die Börse gegangen. Dies lag zum einen an extremen Marktschwankungen und zum anderen an der Wirtschaftsabkühlung. Die Neuemission von Cafe Coffee Day gilt deswegen als Barometer für mögliche Nachfolger.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Die Kette betreibt mehr als 1500 Läden in Indien sowie weitere 14 Filialen in Österreich, der Tschechischen Republik und Malaysia. Die Einnahmen aus dem Börsengang sollen in das weitere Wachstum und die Rückzahlung von Krediten gesteckt werden. Zuletzt hatten auch Starbucks sowie Costa Coffee der britischen Firma Whitbread in Indien expandiert. Schätzungen der Beratungsfirma Technopark zufolge steigt der Kaffeekonsum in Asiens drittgrößter Volkswirtschaft jährlich um ein Fünftel.

Von

rtr

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