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11.03.2004

16:01 Uhr

Chartkommentar – Kurse könnten wieder Tritt fasse

Technisch hat der S&P-500 noch Luft

VonFelix Pieplow (Finanzmarkt- und Wirtschaftsanalyst in Darmstadt)

Den amerikanischen Aktienkursen winken kurzfristig wieder Gewinne. Sobald Widerstände nach oben gebrochen sind, dürften Hedge-Fonds neue Nachfrage auslösen. Auf mittlere Sicht drohen allerdings Rückschläge, weil die Nachfrage für längerfristige Gewinne nicht ausreichen wird.

DARMSTADT. Der amerikanische S&P-500-Index notiert seit 200 Tagen mindestens 5 % oberhalb seines 200-Tage- Durchschnitts. Ein Blick in die historische Kursentwicklung verrät, dass solche Kurssträhnen im Durchschnitt 266 Tage dauerten. Um diesen Wert zu erreichen, könnte der S&P 500 noch zwei Monate, also bis in den Mai hinein, steigen. Auf den ersten Blick würde es daher Sinn machen, der bekannten Börsianer-Regel zu folgen, nach der man am besten im Mai seine Aktien verkauft, um im Herbst billiger zu kaufen.

Allerdings wird dieses Jahr der US-Präsident gewählt. Die Geschichte zeigt, dass in Wahljahren der Aktienmarkt überdurchschnittlich oft im Mai ein Tief machte, um danach wieder zu steigen. Man müsste also im Mai Aktien kaufen.

Somit steht der Logik der Kurssträhnen die Logik der Wahlzyklen gegenüber. Damit die zweite Variante zum Tragen kommt, müsste der Aktienmarkt noch vor Mai einen Hochpunkt markieren. Dafür sprechen einige technische Faktoren.

Der S&P kämpft seit Wochen mit einem technischen Widerstand bei 1 162 Punkten. Dort liegt die 50%-Korrekturmarke der Abwärtsbewegung der Baisse von 2000 bis 2002. In diesem Bereich liegen Kauflimits vieler Hedge-Fonds. Sobald der Index nur wenige Punkte über diese Marke steigt, dürften die Kauflimits für unerwartet starke Nachfrage sorgen und den Markt noch höher treiben, in Richtung der Widerstände bei 1 190 und 1 220 Punkten.

Allerdings sprechen technische Indikatoren dafür, dass der S&P nach einem Ausbruch rasch an Kraft verliert, weil der Nachfrage durch Hedge-Fonds keine weitere Kaufbereitschaft folgt. Die Börsen könnten demnach eher der Logik des Wahlzyklus’ als der Logik der Kurssträhnen folgen. Auf ein Hoch bis Anfang April würde ein Tief im Mai folgen.

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