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28.03.2012

17:34 Uhr

Chefwechsel und Aktienrückkauf

Kursfeuerwerk für die Gagfah-Aktie

Der Chef des Wohnimmobilienkonzerns Gagfah tritt ab. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm an. Die Anleger sind begeistert. Die Aktie springt auf den höchsten Stand seit einem Jahr.

Chefwechsel und Rückkaufprogramm hieven die Gagfah-Aktie auf ein Ein-Jahreshoch. dpa

Chefwechsel und Rückkaufprogramm hieven die Gagfah-Aktie auf ein Ein-Jahreshoch.

FrankfurtNach nur drei Jahren im Amt und zahlreichen Schlagzeilen um seine Person tritt der Chef des Wohnimmobilienkonzerns Gagfah ab. William Joseph Brennan werde durch Finanzvorstand Stephen Charlton abgelöst, teilte Gagfah am Mittwoch mit. Gründe nannte das Unternehmen nicht. Zum neuen Finanzvorstand rückt übergangsweise die bisherige Nummer zwei auf, Gerald Klinck. Brennan sieht sich seit Monaten Insiderhandelsermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ausgesetzt. Damit habe sein Rückzug aber nichts zu tun, verlautete aus dem Umfeld des Unternehmens. Analysten erwarten auch keinen grundlegenden Strategiewechsel nach dem Wechsel an der Konzernspitze.

Brennan soll kurz vor Bekanntwerden einer milliardenschweren Klage der Stadt Dresden gegen Gagfah Anfang 2011 Aktien für 4,7 Millionen Euro verkauft haben. Danach rauschte der Kurs in den Keller. Brennan hat die Vorwürfe des Insiderhandels wiederholt zurückgewiesen. Der Rechtsstreit mit Dresden ist inzwischen beigelegt. Gagfah kam mit einem Vergleich und der Zahlung von 40 Millionen Euro davon. Die Stadt hatte die mehrheitlich dem US-Finanzinvestor Fortress gehörende Gagfah verklagt, weil diese gegen die Sozialcharta verstoßen habe, die die Stadt dem Unternehmen beim Verkauf von mehr als 45.000 Wohnungen zum Schutz der Mieter auferlegt hatte.

William Joseph Brennan, der bisherige Chef des Wohnimmobilienkonzerns. PR

William Joseph Brennan, der bisherige Chef des Wohnimmobilienkonzerns.

Brennan war 2009 von Fortress gekommen. Auch Charlton ist ein Mann des Mehrheitseigners, der seit Monaten dem rapiden Kursverfall der Gagfah-Aktie zuschauen muss. Der Kurs liegt deutlicher als bei den Konkurrenten unter dem Substanzwert des Immobilienvermögens (NAV). Eine nachhaltige Erholung ist nicht in Sicht. Nicht nur die Ermittlungen in Düsseldorf belasten. Auch bei der anstehenden milliardenschweren Refinanzierung von Bankdarlehen gibt es keine erkennbaren Fortschritte.

Gagfah kündigte am Mittwoch auch einen weiteren Aktienrückkauf im Volumen von 75 Millionen Euro an. Der Konzern bietet den freien Aktionären vom 29. März bis zum 27. April einen Preis von 6,00 bis 6,75 Euro für die Papiere. Gagfah hofft damit, die Lücke zum NAV ein Stück weit schließen zu können. Eine ähnliche Aktion hatte es bereits im vergangenen Jahr gegeben. Damals hatte Gagfah auch laut über einen Rückzug von der Börse nachgedacht.

Der neuerliche Aktienrückkauf entfachte ein kleines Kursfeuerwerk: Die Gagfah-Aktie verteuerte sich um knapp sechs Prozent auf 6,44 Euro und war damit größter Gewinner im Nebenwerteindex MDax.

Von

rtr

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